Symbol des Kindergarten Regenbogen  

Konzeption des
Kindergartens Regenbogen
in Wilhermsdorf

 
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Inhaltsverzeichnis

   
   
Glaubenssatz/Gedanken
1. Vorwort
2. Gesetzliche Grundlagen
3. Pädagogische Leitziele
4. Rahmenbedingungen
4.1   Die Lage der Einrichtung
4.2   Einzugsbereich
4.3   Raum und Fläche
4.4   Größe der Einrichtung
4.5   Gruppengröße und Zusammensetzung
4.6   Aufnahmekriterien/Aufnahmebedingungen
4.6.1     Alter
4.6.2     Geschwister
4.6.3     Alleinerziehend
4.7   Öffnungszeiten und Nutzung
4.8   Ferienzeiten
4.9   Finanzierung
5. Personal
5.1   Mitarbeiterinnen
5.2   Aufgaben und Kompetenzen
5.2.1     Aufgaben und Kompetenzen der Leiterin
5.2.2     Aufgaben und Kompetenzen der pädagogischen Mitarbeiterinnen
5.3   Verfügungszeit/Dienstbesprechungen
5.4   Fortbildungen
6. Ziele pädagogischer Arbeit und Begründung
6.1   Altersmischung
6.2   Spiel
6.3   Emotionale Erziehung
6.3.1     Beziehungs- und Liebesfähigkeit
6.3.2     Gefühlswahrnehmung, Gefühlssteuerung und Ausdruck
6.3.3     Sexualität
6.4   Religiöse Erziehung
6.5   Sozialverhalten
6.5.1     Entfaltung der Kontaktfähigkeit
6.5.2     Zusammenarbeit und Mitverantwortung in der Gruppe
6.5.3     Einüben von tolerantem und demokratischem Verhalten
   
6.6   Förderung des kognitiven Bereiches
6.6.1     Beobachtungsfähigkeit
6.6.2     Merk- und Denkfähigkeit
6.6.3     Sprachförderung
6.7   Umwelt und Naturverständnis
6.7.1     Orientierung der Kinder in ihrer Umwelt
6.7.2     Vertrauensvoller Umgang mit der Natur
6.8   Kreativitätserziehung
6.9   Bewegungserziehung
6.10   Gesundheit und Ernährung
6.11   Bedeutung von Regeln und Grenzen
7. Planung der Inhalte und Methoden der Arbeit
7.1   Formen der Arbeit
7.1.1     Freispiel
7.1.2     Gezieltes Angebot
7.1.3     Projektarbeit
7.1.4     Kleingruppenarbeit während der Freispielzeit
7.1.5     Sing-, Spiel- und Gesprächskreis
7.1.6     Neigungsgruppen
7.1.7     Weitere Arbeitsformen
8. Tagesablauf
9. Zusammenarbeit mit den Eltern
9.1   Gruppeninterne Elternarbeit
9.2   Gruppenübergreifende Elternarbeit
9.3   Individuelle Elternarbeit
9.4   Kindergartenbeirat
10. Zusammenarbeit mit anderen Institutionen
10.1   Fachdienste
10.2   Grund- und Hauptschule
10.3   Anderen Kindertageseinrichtungen
10.4   Beratungsstellen
10.5   Zusammenarbeit mit öffentlichen Einrichtungen und Betrieben
11. Schlußgedanke
 
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  Glaubenssatz/Gedanken  
 

Ein jegliches hat seine Zeit,
und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde:
geboren werden hat seine Zeit;
sterben hat seine Zeit;
weinen hat seine Zeit;
lachen hat seine Zeit;
klagen hat seine Zeit;
schweigen hat seine Zeit;
reden hat seine Zeit.

Prediger 3, 1-7

 
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  1. Vorwort  
 

Wir, das Team des evangelischen Kindergartens "Regenbogen" in Wilhermsdorf, möchten allen Interessierten des Kindergartens mit dieser Konzeption einen Einblick in unsere pädagogische Einrichtung und die damit verbundene pädagogische Arbeit ermöglichen.

Im März 1996 wurde mit dem Bau des vorerst zweigruppigen Kindergartens begonnen. Bauträger war die politische Gemeinde Wilhermsdorf. Am 19. Dezember 1996 fand die Schlüsselübergabe an den zukünftigen Betriebsträger, die evangelische Kirchengemeinde Wilhermsdorf statt. Die Einweihung des zweiten evangelischen Kindergartens erfolgte am 2. März 1997 durch Herrn Dekan Helmut Wittmann.

 
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  2. Gesetzliche Grundlagen  
 

Als evangelischer Kindergarten sehen wir unseren Kindergarten als einen Teil der Evang.-Luth. Kirchengemeinde Wilhermsdorf. In diesem Sinn stellen wir die Arbeit in unserer Einrichtung in die christliche Tradition der Kirche. Wir gehen von der Annahme aus, daß der christliche Glaube und die christliche Überlieferung zu einem Menschenbild und Lebensverständnis anleiten, das sich auch in gegenwärtigen Lebenssituationen des privaten, öffentlichen und beruflichen Lebens erproben und einbinden läßt. Aus der christlichen Botschaft heraus wollen wir deutlich machen, daß jeder Mensch als Gotteskind einen ganz besonderen Wert hat. Er verdient es geliebt und angenommen und auf dem Weg zum Erwachsenwerden, im steten Wechsel von Versuch und Irrtum, begleitet zu werden.

Der Kiga Betrieb geschieht auf der Basis des BayKiG und des KJHG

§ 1, Abs. 1 KJHG:
"Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit."

§ 1, Abs. 3 KJHG:
"Jugendhilfe soll zur Verwirklichung des Rechts nach Abs. 1 insbesondere (1) junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung fördern und dazu beitragen, Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen ........."

§ 3. 4. DVBayKiG
(1) Aufgabe der gesamten Erziehungs- und Bildungsarbeit im anerkannten Kindergarten ist die Förderung der Kinder gemäß Art. 7 des BayKiG. Leitziel der pädagogischen Bemühungen ist der beziehungsfähige, wertorientierte, schöpferische Mensch, der sein Leben verantwortlich gestalten und den Anforderungen in Familie, Staat und Gesellschaft gerecht werden kann.

(2) Im Rahmen der in Absatz 1 festgelegten allgemeinen Mindestanforderungen für die Erziehungs- und Bildungsziele hat der anerkannte Kindergarten ganzheitliche elementare Bildung anzubieten, wobei zu beachten ist, daß die den Zielen zugeordneten Bildungsbereiche nicht voneinander unabhängig sind, die in den § 4 bis 9 genannten Teilziele anzustreben, die der jeweiligen Alters- und Entwicklungsstufe des Kindes anzupassen sind. Mit ihrer Verwirklichung soll dem Kind auch der Übergang in die Grundschule erleichtert werden.

(3) Durch zusätzliche entsprechende Förderung ist zu versuchen, Entwicklungsmängel, Behinderungen und ungleiche Bildungsvoraussetzungen auszugleichen.

 
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  3. Pädagogische Leitziele  
 

In diesem Sinn wollen wir für Kinder aller gesellschaftlichen Schichten, Konfessionen und Nationen ein differenziertes, vielschichtiges, bildendes soziales und christliches Angebot schaffen. Wir sehen als Mittelpunkt unserer pädagogischen Arbeit die Persönlichkeit des Kindes und sein Bedürfnis nach Geborgenheit, Spiel, Erleben, Kreativität und Lernen. Besonders wichtig ist uns, den Kindern eine Atmosphäre des Vertrauens zu schaffen.

Die Kindergartenarbeit soll das Kind in seiner Entwicklung unterstützen. Das alltägliche "Miteinanderleben und -lernen" mit Eltern und Kindern ist so zu organisieren, daß Raum, Zeit und Lebenswelt bewußt erfahren werden können, um die Grundlage von Entwicklung zu festigen.
Dieser Ansatz orientiert sich an der Lebenssituation des Kindes. Er legt die Erzieherinnen nicht auf ein bestimmtes Lernprogramm fest. Vielmehr werden Analysen und Erfahrungen, Anregungen und Materialien so eingesetzt, daß Erzieherinnen und Eltern die Möglichkeit haben, von Fall zu Fall zu entscheiden, was für das Kind und die Gruppe hilfreich ist, um ihr Leben zu bewältigen.

Die pädagogischen Anregungen werden so vermittelt, daß sie nicht wie ein Rezept nachvollzogen werden müssen, sondern zur individuellen Umsetzung reizen und motivieren. In unserer pädagogischen Arbeit gehen wir von den realen Lebenssituationen der Kinder aus. Grundlage des Lernens sind also die vielfältigen Alltagserfahrungen der Kinder. Dies soll den Erfahrungshorizont der Kinder vergrößern, ihre Selbständigkeit und das Selbstbewußtsein fördern und zu solidarischem Denken und Handeln anregen.

 
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  4. Rahmenbedingungen  
  4.1 Die Lage der Einrichtung  
 

Der Kindergarten liegt im Neubaugebiet, ca. 2 km südlich vom Ortskern entfernt. Um die starke Hanglage des Geländes zu überbrücken, wurde das Gebäude auf zwei verschiedenen Ebenen errichtet.

 
 

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  4.2 Einzugsbereich  
 

Die Kinder kommen hauptsächlich aus dem Neubaugebiet, das um den Kindergarten angesiedelt ist, und den Eingemeindungen Wilhermsdorfs. Eltern haben jedoch die Wahlmöglichkeit zwischen den drei Kindergärten, die es am Ort gibt.

 
 
 
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  4.3 Raum und Fläche  
 

Gebäude Außenspielfläche ca. 2300 qm
Gebäude ca. 429 qm
große Parkfläche

Übersicht über die einzelnen Nutzflächengrößen:

"Blaue Gruppe"
ca. 50 qm + Spielebene ca. 25 qm
Nebenraum/Kinderküche ca. 16 qm

"Gelbe Gruppe" ca. 50 qm + Spielebene ca. 25 qm
Nebenraum/Kinderküche ca. 16 qm

Mehrzweckraum ca. 65 qm
Eßbereich für Mittagskinder
Waschraum
Putzraum
Personal WC
Personalküche
Büro
Foyer unten ist Garderobe
Foyer oben dient als Aktions- und Begegnungsstätte für beide Gruppen
Windfang
Vorratskellerraum
Kellerraum mit Brennofen, Waschmaschine und Trockner
Heizungsraum
Kleiner Abstellkeller

 
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  4.4 Größe der Einrichtung  
 

Der Kindergarten ist als zweigruppige Tagesstätte konzipiert und umfaßt 50 Ganztagesplätze.

 
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  4.5 Gruppengröße und Zusammensetzung  
 

Zur Zeit bestehen zwei Gruppen mit je 25 Kindern im Alter von drei bis sieben Jahre. (Bayerisches Kindergartengesetz § 16 4. DVBayKiG). Es handelt sich um alters- und geschlechtsgemischte Gruppen. Die Kinder haben die Möglichkeit, den Kindergarten ganztags zu besuchen. Um ein Gruppengefühl zu erhalten und sich in der Gruppe auch entfalten zu können, ist ein kontinuierlicher Kindergartenbesuch notwendig.

 
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  4.6 Aufnahmekriterien/Aufnahmebedingungen  
 

Die Aufnahme der neuen Kinder erfolgt frühestens ab dem dritten Lebensjahr. Beide evangelische Kindergärten haben gemeinsame Aufnahmebedingungen.

Kinder, die zugleich im katholischen Kindergarten St. Michael angemeldet sind, werden nach Absprache mit der katholischen Kindergartenleitung berücksichtigt und einem der Kindergärten nach den oben genannten Kriterien zugeordnet, sofern sie die Anmeldekriterien erfüllen.

Die Familien erhalten frühestens im Mai Bescheid, ob ihr Kind einen Kindergartenplatz erhält.
Bei Aufnahme wird zwischen Träger und Erziehungsberechtigten ein Betreuungsvertrag abgeschlossen.

Ein Elternabend informiert die Erziehungsberechtigten über die pädagogische Arbeit und erklärt auch organisatorische Fragen.

Damit die neuen, meist jüngeren Kinder, einen Eindruck von ihrem Kindergarten erhalten und die Schwellenangst verlieren, können sie vor den Sommerferien einen Nachmittag im Kindergarten verbringen. Dieser Nachmittag ist für viele Kinder ein einschneidendes Erlebnis, da sie für kurze Zeit ohne ihre Eltern in einer fremden Umgebung sind. Es hilft den Kindern, sich auf das kommende Unbekannte nach den Ferien einzulassen.

Auch während des Jahres erfolgen Aufnahmen, wenn Kindergartenplätze frei werden.

Folgende Kriterien werden für die Aufnahme in den Kindergarten berücksichtigt:

1. Alter
2. Geschwisterkind
3. Alleinerziehende/r Elternteil

Das bedeutet für die Aufnahme:

 
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  4.6.1 Alter  
 

Der Kindergarten nimmt die ältesten angemeldeten Kinder auf, soweit die Plätze vorhanden sind. Wir gehen dabei von der im BayKiG vorgeschriebenen Belegungszahl von 25 Kindern pro Gruppe aus. Wenn in einem Kindergarten weniger Plätze frei sind, als Kinder angemeldet wurden, versuchen wir die Kinder, die nach den oben genannten Kriterien keinen Platz erhalten, in dem Kindergarten unterzubringen, der als Alternative angegeben wurde. Ist keine Alternative angegeben, kommen die Kinder auf eine Warteliste. Diese ist jedoch keine Garantie dafür, daß das Kind im nächsten Kindergartenjahr wirklich in den Wunschkindergarten kommen wird!

 
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  4.6.2 Geschwister  
 

Kinder, die in einem Kindergarten bereits ein Geschwisterkind haben, kommen in diesen Kindergarten. Dies gilt nicht für Kinder, die vom Alter her in keinem der beiden Kindergärten einen Ganztagesplatz bekommen würden. Dies gilt auch nicht für Kinder, deren Geschwister im gleichen Jahr eingeschult werden.

 
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  4.6.3 Alleinerziehend  
 

Kinder von Alleinerziehenden werden aufgenommen, auch wenn sie jünger sind, sofern ein Arbeitsplatznachweis vorliegt. Hier gibt es keinen Anspruch auf einen bestimmten Kindergarten.

 
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  4.7 Öffnungszeit und Nutzung  
 

Der Bedarf an Öffnungszeiten wird jährlich anhand einer Umfrage neu ermittelt und dementsprechend vom Träger in Absprache mit der Leiterin und Kigabeirat festgelegt.
Nach intensiver Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen der Familien, unter Einbeziehung von Erfahrungen und nach Absprache mit dem Kindergartenbeirat gibt es folgende flexible Öffnungszeiten

Bring und Abholzeiten
Bringzeit täglich von 7.00 Uhr – spätestens 9.00 Uhr
Abholzeiten 11.45 – 12.00 Uhr; 13.30 – 14.00 Uhr; 15.45 – 16.00 Uhr

Regeldienst
Montag - Donnerstag 7.00 Uhr - 12.00 Uhr
13.30 Uhr - 16.00 Uhr
Freitag 7.00 Uhr - 12.00 Uhr
Langzeitdienst
Montag – Freitag 7.00 Uhr - 14.00 Uhr
Ganztagsbetreuung
Montag – Donnerstag 7.00 Uhr - 16.00 Uhr
Freitag 7.00 Uhr - 14.00 Uhr
Mittagsbetreuung
Montag – Donnerstag 12.00 Uhr - 13.30 Uhr
Freitag 12.00 Uhr - 14.00 Uhr

Freitags findet von 14.00 - 15.30 Uhr die Dienstbesprechung statt.

Bonusheft:
Zusätzlich kann bei Regeldienst oder Langzeitdienst der Mittag bez. Nachmittag mit unserem Bonussystem zugebucht werden.
Eltern können das Bonusheft im Kiga erwerben.

Mittagsbetreuung:
Es besteht die Möglichkeit tage- oder wochenweise warmes Mittagessen zu bestellen (Voranmeldung und Festlegung der Tage sind notwendig! Wochentage allerdings beliebig wählbar) oder kalte Brotzeit von zu Hause mitzubringen.

Unter die Mittagsbetreuung fällt die Zeit von 12.00 Uhr bis 13.30 Uhr. Zwei Hauswirtschafterinnen begleiten im wöchentlichen Wechsel die Mittagszeit. Die Einrichtung bietet kindgerechte Gefrierkost an, die wir durch die Firma Apetito beziehen. Durch ernährungswissenschaftliche Untersuchungen ist gewährleistet, daß Vitamine, Spurenelemente, Kohlenhydrate und Eiweiß in altersgerechter ausreichender Menge enthalten sind.
Eine gemütliche Atmosphäre lädt die Kinder in verschiedenen Gruppen zum Mittagessen ein.

So macht Essen Freude
- Eine gute Tischatmosphäre ist uns wichtig
- Gemeinsam mit anderen Essen macht Spaß
- Essen und Trinken sind für unser Wohlbefinden unser Wachstum und unsere Leistungsfähigkeit wichtig
- Bei uns gilt: „ Wenigstens einmal probieren“
- Wir brauchen gute Vorbilder
- Selbst die Jüngsten lernen hier selbständig mit Besteck zu essen
- Auf Tischmanieren legen wir Wert

In der anschließenden Mittagsruhe/ Traumstunde können sich die Kinder körperlich und geistig entspannen und Kraft schöpfen. Bei Geschichten und meditativer Musik, mit Schmusetier und kuscheliger Decke fühlen sich manche Kinder so wohl, daß sie häufig einschlafen.

Um die Mittagsruhe der Kinder nicht zu stören, ist das Bringen und Abholen in dieser Zeit nicht möglich.

 
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  4.8 Ferienzeiten  
 

Die Ferienzeiten werden mit dem zuständigen Träger und Kindergartenbeirat abgesprochen und rechtzeitig bekannt gegeben.

Schließtage sind in der Regel in den
Weihnachtsferien, Osterferien, Pfingstferien und Sommerferien.

Die Schließungszeiten einer Einrichtung sollen nach gesetzlichen Vorschriften 30 Arbeitstage nicht überschreiten.

 
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  4.9 Finanzierung  
 

Der Kindergartenbeitrag und das Spielgeld werden mittels Lastschrift eingezogen.
Das Spielgeld dient zur Anschaffung des Beschäftigungsmaterials für die Kinder.

Die Finanzierung des pädagogischen Personals beruht auf der Grundlage des Bayerischen Kindergartengesetzes § 3 der 3. DVBaKiG.
Pädagogisches Personal wird zu 40 % vom Freistaat Bayern, 40 % von der Marktgemeinde Wilhermsdorf bezuschußt. Die restlichen 20 % verbleiben dem Träger.
Vorpraktikantinnen und Zusatzpersonal werden vom Freistaat nicht bezuschußt. Diese Personalkosten, sowie die Kosten des Reinigungspersonals usw., muß der Träger selbst tragen.

Die Elternbeiträge dienen zur Finanzierung des Kindergartenbetriebes, reichen aber nicht aus, um das Defizit aus zu gleichen. Vom Betriebskostendefizit trägt die Marktgemeinde 80 %.

Die Instandhaltung obliegt der Marktgemeinde.

Der Diakonieverein St. Johannes Wilhermsdorf e. V. fungiert als Förderverein der beiden evangelischen Kindergärten.

 
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  5. Personal  
 

In unserer Einrichtung sind Mitarbeiter/innen in folgenden Funktionen und Diensten tätig:

Leitung des Kindergartens

  • Gruppenleitung

  • im Gruppendienst

  • im Reinigungsdienst

  • im hauswirtschaftlichen Bereich

  • in sonstigen Tätigkeiten

  • Hausmeisterdienst

  • im Praktikum

 
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  5.1 Mitarbeiterinnen  
 

Unser Kindergartenteam setzt sich aus zwei Erzieherinnen und zwei Kinderpflegerinnen zusammen. Jede Gruppe ist also mit einer Erzieherin und einer Kinderpflegerin besetzt. Die Leiterin des Kindergartens ist gleichzeitig Gruppenleiterin. Nach Absprache können bei uns Praktikantinnen hospitieren oder Schülerinnen ihr Schnupperpraktikum und Jugendliche soziale Arbeitsstunden ableisten.

Jeweils von Montag bis Donnerstag arbeiten in der Einrichtung zwei hauswirtschaftliche Helferinnen im wöchentlichen Wechsel. Sie begleiten die Mittagsbetreuung und sind anschließend für den Abwasch des Geschirrs verantwortlich. Um den Elternbeitrag für die hauswirtschaftliche Kraft zu reduzieren haben sich Mütter bereit erklärt, bei Bedarf die hauswirtschaftlichen Tätigkeiten am Freitag ehrenamtlich zu übernehmen.

Eine weitere Mitarbeiterin ist für den Reinigungsdienst zuständig. Sie trägt die Verantwortung für sämtliche Reinigungsarbeiten. Für die Planung und Durchführung der Arbeit ist sie der Leitung gegenüber verantwortlich.

Ein weiterer Mitarbeiter erledigt Straßenreinigung, Winterdienst und Gartenarbeiten. Für Planung und Durchführung der Arbeit ist er der Leitung gegenüber verantwortlich.
Die Hausmeistertätigkeit wird ehrenamtlich durchgeführt.

 
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  5.2 Aufgaben und Kompetenzen  
  5.2.1 Aufgaben und Kompetenzen der Leiterin  
 

Die Kindergartenleiterin trägt dem Träger gegenüber die Verantwortung für die Einrichtung.

Sie sorgt für die Rahmenbedingungen eines ungestörten Betriebes. Ihr obliegt die Verantwortung für die inhaltlich pädagogische Arbeit in der Einrichtung. Sie sorgt für die Umsetzung dieser Konzeption im Kindergarten. Sie übt die Dienstaufsicht und Mitarbeiterführung gegenüber dem im Kindergarten angestellten Personal aus. Sie ist an Beurteilungen und Anstellungen beteiligt. Sie ist für die regelmäßige Erstellung des Dienstplanes verantwortlich. Dabei bemüht sie sich um ein vertrauensvolles und offenes Arbeitsklima. Sie informiert das Team über alle wichtigen Vorgänge und bezieht es in wichtige Entscheidungen mit ein.

Sie übt das Hausrecht in der Einrichtung aus. Führt die Spielgeld- und Essenskasse. Sie sorgt für den termingerechten Einzug der Elternbeiträge und plant mit dem Träger größere Investitionen und Anschaffungen.

Sie arbeitet vertrauensvoll und offen mit Kindergartenbeirat und Eltern zusammen.

Zu ihren Obliegenheiten gehören der Kontakt zu den Behörden und Institutionen des Marktes, des Landkreises und der Kirche wie Gemeindeverwaltung, Landratsamt, Jugendamt, Gesundheitsamt.

Im Falle ihrer Abwesenheit wird die Kindergartenleitung von der zweiten Erzieherin in der Einrichtung vertreten.

 
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  5.2.2 Aufgaben und Kompetenzen der pädagogischer Mitarbeiterinnen  
 

Alle pädagogischen Mitarbeiterinnen (Erzieherinnen, Kinderpflegerinnen und Praktikantinnen) arbeiten im Kindergarten als Team. Wir sind davon überzeugt, daß ein gleichberechtigtes Arbeiten aller Pädagoginnen möglich und sinnvoll ist. Alle sind verantwortlich für das Gesamte und bringen ihre unterschiedlichen Fähigkeiten und Neigungen in die Arbeit ein. Die Motivation, das Verantwortungsgefühl und professionelles Selbstbewußtsein sind groß.

Bestimmte Aufgabenstellungen und Verantwortungen sind im Team geregelt und aufgeteilt worden. Diese sind nicht starr festgelegt und können je nach Neigung der Mitarbeiterinnen gewechselt oder verändert werden. Diese internen Regelungen werden in den Teamsitzungen besprochen. Bei Personalengpässen springen die Mitarbeiterinnen auch in der anderen Gruppe ein und betreuen die Kinder. Deshalb ist die gruppenübergreifende Kommunikation über pädagogische Belange sehr wichtig. Alle Pädagoginnen sollen mit der inhaltlichen Arbeit und den Kindern des gesamten Hauses vertraut sein.

Um einen reibungslosen Tagesablauf zu gewährleisten, hat das Kindergartenteam noch verschiedene Gruppenaufgaben zu erledigen. Hier geht es um die Betreuung der Kinder beim Essen, das Aufstellen der Betten, das Zähneputzen der Kinder, Abspülen, Blumenpflege usw.
Der Frühdienst wird von allen pädagogischen Mitarbeiterinnen im Wechsel ausgeführt.
Gespräche mit Eltern über pädagogische Inhalte werden nur von den pädagogischen Mitarbeiterinnen geführt. Praktikantinnen werden davon ausgenommen.

 
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  5.3 Verfügungszeit/Dienstbesprechungen  
 

Verfügungszeit ist Arbeitszeit, sie ist ein unverzichtbarer Bestandteil für pädagogisches Arbeiten. Sie dient zur Vor- bzw. Nachbereitung der pädagogischen Arbeit im Kindergarten.
Täglich haben alle Mitarbeiterinnen, außer derjenigen, die gerade die Ruhepause der Kinder begleitet, 30 Minuten Verfügungszeit.

Wöchentliche Verfügungszeit der Gruppenleiterin beträgt insgesamt 5 Stunden.
Die Kindergartenleiterin hat zusätzliche Stunden für Verwaltungsaufgaben, Praktikantenbetreuung, Öffentlichkeitsarbeit usw. (wöchentlich 4.5 Std.).

Einmal wöchentlich findet mit allen pädagogischen Mitarbeiterinnen eine Dienstbesprechung statt (1,5 Std.). Die Inhalte dieser Besprechung variieren je nach Bedarf. Teil einer Besprechung können sein: Organisatorische Fragen - konzeptionelle Änderungen - Impulse oder inhaltliche Fragen z. B. über Elternarbeit, Öffnung der Einrichtung, neue pädagogische Strömungen, Projekte, Jahres- und Wochenthema, Rahmenplan, Fallbesprechungen, Trägerinformationen usw.

Hier werden auch Aufgaben besprochen und geregelt, die jede Mitarbeiterin übernimmt und ausführt. Regelmäßige Besprechungen bieten die Möglichkeit, die Arbeit zu reflektieren, zu planen und Informationen auszutauschen.

 
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  5.4 Fortbildungen  
 

Grundsätzlich ist für die Arbeit im Kiga eine Vertiefung der pädagogischen Grundqualifikationen durch Fort- und Weiterbildung und Aneignung von Fachwissen notwendig. Jede pädagogische Mitarbeiterin hat das Recht und die Pflicht, sich regelmäßig mit neuen pädagogischen Erkenntnissen vertraut zu machen und sich weiter zu qualifizieren. Flexibilität und Bereitschaft für Neuerungen in der pädagogischen Arbeit müssen vorhanden sein, um eine offene, an den Kindern orientierte Planung zu verwirklichen. Auch Erzieherinnen sollen sich selbst als "Lernende" verstehen. Fortbildungsinhalte sollen nicht im Widerspruch zur Konzeption der Einrichtung stehen, sondern auf dieser aufbauen und sie weiterentwickeln. Jeder Mitarbeiterin stehen bis zu 8 Fortbildungstage im Jahr zur Verfügung. Die Fortbildungen müssen vom Träger und der Leiterin genehmigt bzw. angeordnet werden.

 
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  6. Ziele pädagogischer Arbeit und Begründung  
  6.1 Altersmischung  
 

Die Altersmischung unserer Kindergruppen erstreckt sich von drei- bis maximal sieben Jahren. Wir achten bei der Gruppeneinteilung darauf, daß eine möglichst große Bandbreite des Altersspektrums entsteht. In einer Kindergruppe mit breiter Altersmischung steht jedes Kind in einem sozialen Bezugsfeld, in dem neben der wichtigen Orientierung an Gleichaltrigen auch die Orientierung an Kindern unterschiedlichen Alters hinzukommt.

Mit Kindern etwa gleichen Alters konkurrieren Kinder häufiger, gegenüber deutlich andersaltrigen Kindern hat dieses Vergleichen jedoch weniger Bedeutung für das Kind. (Schäfer 1993, Petersen 1989 b)

"In einer Gruppe mit breiter Altersstreuung sind deshalb weniger und ggf. andere Konkurrenzsituationen zu beobachten, hingegen mehr Situationen, die Gelegenheit zur Unterstützung und Annahme von Hilfe bieten." (Staatsinstitut für Frühpädagogik München 1995).

Durch die Altersmischung finden in unseren Gruppen somit mehr soziale Interaktionen statt, diese wiederum unterstützen den gesamten Sozialisationsprozeß. Die großen Kinder helfen den kleinen und die jüngeren Kinder orientieren sich an den großen.

 
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  6.2 Spiel  
 

Das Spiel ist eine wichtige Methode für alle Bereiche der Kindergartenarbeit und durchdringt somit alle Schwerpunkte und Lernbereiche. Es bildet die Grundlage, unsere Zielstellung zu erreichen. Hier kann das Kind verschiedene Verhaltensmöglichkeiten in bestimmten Situationen spielerisch ausprobieren und so die Vielfalt an möglichen Verhaltensweisen und Reaktionen kennen lernen. Es bietet den Kindern die Möglichkeit, ihre Phantasie zu entwickeln und ihre individuellen Fähigkeiten zu entdecken. Die Kinder fühlen sich ernst genommen und mit einbezogen, wenn ihre Ideen in der jeweiligen Situation aufgegriffen und umgesetzt werden. Das Spiel wird lebendiger, interessanter, macht mehr Spaß und verläuft nicht nach einem vorgefertigten Plan oder Schema. Von den Erzieherinnen fordert dies ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen, Phantasie und Flexibilität.

Der Mensch scheint seine Vervollständigung durch das Spiel zu suchen, dessen Elemente Zufall und Regeln sind. Das Spiel als Urphänomen des Lebens ist für das Kind eine Lebensform, ein Ausdrucksmittel und ein Stück Lebensfreude. Nur im und durch das Spiel kann das Kind seine Kräfte und Fähigkeiten entwickeln und entfalten. Das Spiel gehört für das Kind zu den Techniken der Weltaneignung.

Aus diesem Grund hat das Spiel in unserer Einrichtung einen großen Stellenwert. Wir geben während des Tagesablaufes den Kindern viel Zeit und Raum, dieses umzusetzen und auszuleben und ihre Sinne im Rahmen einer ganzheitlichen Erziehung zu schulen. Die Kinder entscheiden selbständig, wie lang, mit wem und wie sie spielen möchten. Soziale Interaktionen spielen dabei eine große Rolle. Großen Raum findet dabei das Rollenspiel während der Freispielzeit. Die Kinder agieren in kleinen Grüppchen miteinander, verwenden die dafür bereitgestellten Utensilien (Kleider, Tücher usw.) und leben intensiv ihre dargestellten Rollen aus. Das Freispiel ist so wichtig, weil es dem Kind ein stabiles Fundament für die weitere Persönlichkeitsentwicklung gibt. Kinder mit Ausdauer, mit innerer Ruhe, mit eigener Phantasie, Energie und Kreativität, mit stabilem Selbstbild und starkem Selbstbewußtsein sind späteren Anforderungen sicher eher gewachsen, als Kinder, die schon früh überfordert wurden.

Aber auch die angeleiteten Beschäftigungen, wie Bewegungserziehung, Konzentrationsübungen, Spracherziehung usw. werden von uns methodisch für das Kind spielerisch umgesetzt. Durch die verschiedensten Anregungen mit Naturmaterialien, didaktischen Spielmaterialien, Spielmaterialien aus dem täglichen Lebensbereich wie Schachteln, Rollen, Papier, Wolle usw. und der kindgerechten Raumgestaltung fördern und unterstützen wir das Spielverhalten unserer Kinder.

"Der Öffentlichkeit ist viel zu wenig bekannt, daß Spielen eine wesentliche Voraussetzung für die menschliche Reifung darstellt. Der Mangel an Spielraum und Spielzeit kann zu empfindlichen Störungen der kindlichen Entwicklung führen. Durch das Spiel werden die schöpferischen Kräfte des Kindes geweckt, seine körperliche Geschicklichkeit gefördert und seine Sinne geübt. Durch das Spiel werden Phantasie und Nachdenken angeregt, Urteilskraft und Willenskraft ausgebildet."
(Prof. Dr. Th. Hellbrügge, Das sollten Eltern heute wissen, Kindler, München)

 
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  6.3 Emotionale Erziehung  
  6.3.1 Beziehungs- und Liebesfähigkeit  
 

In einer anheimelnden Atmosphäre und in sicherheitsvermittelnden Beziehungen erfahren die Kinder durch Beachtung und Anerkennung sich selbst zu lieben und wertzuschätzen, sie lernen ein Selbstwertgefühl zu entwickeln. So lernen sie, ihren eigenen Fähigkeiten zu vertrauen, eine verantwortungsvolle Beziehung zu anderen Menschen aufzubauen und ein Gruppengefühl heranzubilden.

Liebesfähigkeit schließlich meint die Liebe zum Leben und die Empfindsamkeit und Fürsorge für sich und andere.

In unseren Kindergruppen gibt es Gefühlsäußerungen, Konflikte, auch heftige Emotionen sowie Auseinandersetzungen. Die Kinder lernen, diese zu verarbeiten, damit umzugehen oder zu akzeptieren. Die Erzieherin zeigt für die Kinder Wege auf, hilft ihnen ihre Gefühle nicht zu verstecken, sondern offen mit ihren Gefühlen umzugehen.

 
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  6.3.2 Gefühlswahrnehmung, Gefühlssteuerung und Ausdruck  
 

Kinder, welche die Möglichkeit haben, ihre unterschiedlichen Gefühle wie Freude, Trauer, Angst und Wut auszudrücken und zu äußern, entwickeln die Fähigkeit, sie besser wahrzunehmen und mit ihnen umzugehen. Dies ist nur möglich, wenn den Kindern hierzu der entsprechende Freiraum geschaffen wird und Hilfestellung und Anregungen von Seiten der Erzieherinnen angeboten werden. Im täglichen Umgang miteinander, z. B. beim Spiel oder gemeinsamen Essen, erlebt das Kind sich als Teil einer Gemeinschaft und lernt auch die Interessen und Bedürfnisse anderer zu berücksichtigen. Die Kinder machen die Erfahrung, daß auch Enttäuschungen ertragen werden müssen und daß eigene Bedürfnisse manchmal zugunsten der Gemeinschaft zurückgestellt werden müssen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Sensibilisieren der Kinder für Naturelemente, Sinneseindrücke, den Jahreskreislauf und Stimmungen. Dies beinhaltet eine kindgerechte und ansprechende Gestaltung der Kindergartenräume, die Vorbereitung von gemeinsamen Feiern und Festen sowie das Erleben im Freien.

 
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  6.3.3 Sexualität  
 

Zu jedem Kind gehört irgendwann die Entdeckung, daß es Mädchen und Jungen auf der Welt gibt. Das Wahrnehmen der unterschiedlichen Körperlichkeit ist eine wichtige Phase im Selbstfindungsprozeß von Kindern. Die Lust am eigenen Körper ist Ausdruck der Sexualität des Kindes.

Da pädagogische Arbeit einen Ausgleich sucht zwischen den Bedürfnissen der Einzelnen und den Bedingungen für ein angenehmes Zusammenleben mit anderen, wird es auch im Bereich der kindlichen Sexualität darum gehen, ein richtiges Maß zu finden. Dazu gehört situationsbezogen auf Fragen und Handeln der Kinder zu reagieren und nicht mit Verboten oder Mißbilligungen das Thema negativ zu besetzen. Unsicherheiten oder Hemmungen und die unterschiedlichen biografischen Erfahrungen sind zu respektieren und Verständigung untereinander zu suchen. Eine Verständigung ist selbstverständlich auch mit den Eltern anzustreben, da sie in diesem Fall nicht übergangen werden dürfen.

 
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  6.4 Religiöse Erziehung  
 

Zum menschlichen Leben gehört die religiöse Dimension. Religion und religiöse Erziehung beginnen nicht erst dann, wenn im Kindergarten religiöse Fragen ausdrücklich aufgenommen oder wenn bestimmte Geschichten erzählt, Lieder gesungen und Gebete gesprochen werden. Religiöse Erziehung, wie wir sie verstehen, beginnen bereits etwa beim Umgang mit der Zeit und mit den Zeiten des Lebens, bei der Gestaltung der Räume und des Lebensraums Kindergarten. Wir versuchen den Kindern die Botschaft des Evangeliums zu vermitteln. Dies geschieht durch die Integration der Religionspädagogik in die alltägliche pädagogische Arbeit. Aus unserer Sicht hat Religion mit Sinn- und Wertfragen zu tun - mit Fragen, wie sie in jedem Leben, bei Kindern und Erwachsenen auftreten können: "Wer bin ich?" "Existiert Gott?" usw.

Wir wollen den Kindern helfen, lebendige Erfahrungen mit dem Glauben zu machen, wie etwa Annahme, Liebe, Geborgenheit, Vertrauen, Verständnis, Vergebung, Neuanfang.

Worauf soll diese religiöse oder christliche Erziehung hinauslaufen?

Es ist uns wichtig, daß das Kind ein Mensch wird, der fähig ist, zu lieben und sich für andere einzusetzen. Wichtig ist, daß es später nicht einfach nachahmt, was andere ihm vormachen, sondern ein eigenes Gewissen entwickelt, zu eigener Gefühlsfähigkeit und Verantwortungsfähigkeit kommt und dadurch seinen eigenen Weg findet. Wichtig ist, daß es von seiner Angst immer wieder freikommt und Zuversicht gewinnt. Oder, daß es staunen kann über alles Große und Geheimnisvolle im Leben; daß es Ehrfurcht empfindet, wo andere Leute nichts Besonderes sehen, daß es nachdenkt, wo andere gedankenlos über ihre Erfahrungen hinwegleben. Daß es glücklich wird, das heißt, im Einklang lebt mit sich selbst, mit anderen Menschen und mit dem, der es in dieses Leben hineingestellt hat.

Das Kind soll im Zusammenwirken aller Gelegenheit haben, durch Geschichten und Symbole durch das Feiern von christlichen Festen mit dem christlichen Glauben und seinen Traditionen und Wurzeln vertraut zu werden. Die Feste des Kirchenjahres und die dazugehörenden biblischen Geschichten, Gebete und Lieder sind Bestandteil der Kindergartenarbeit.

Weiter sind christliche Verhaltensweisen wie Liebe, Nächstenliebe, Versöhnung, Toleranz, Teilen, Gemeinschaft, Gottvertrauen, Dankbarkeit und Rücksichtnahme Werte, welche die Kinder im alltäglichen Miteinander erfahren und erleben.

Unser Ziel besteht in einer auch in religiöser Hinsicht anregungsreichen Umwelt, die von den Kindern selbst angenommen und aufgenommen werden muß, was immer auch situationsbezogen geschehen wird.

Unterschiedliche religiöse oder ethnische Überzeugungen sowie Traditionen und Moralvorstellungen hinsichtlich der Art der Lebensführung werden geachtet.

 
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  6.5 Sozialverhalten  
 

Die Erziehung zum Sozialverhalten war schon immer ein Schwerpunkt der Kindergartenarbeit und für unsere Einrichtung von besonderer Bedeutung. Allgemein erleben Kinder im Kindergarten eine Gemeinschaft außerhalb der Familie. Zum Zusammenleben in Gruppen gehören bestimmte Fähigkeiten, die erst durch Erfahrungen gewonnen werden können. Zum Beispiel: Kooperationsbereitschaft, Absprachen von Interessen, das Durchsetzen von Bedürfnissen, die Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse und Gefühle anderer. Das soziale Lernfeld stellt hohe Ansprüche an die wachsende Gemeinschaftsfähigkeit der Kinder und findet deshalb in unserem Kindergarten große Beachtung. Dabei geben wir den Kindern Zeit, sich von ihrer entwicklungsbedingten Egozentrik zu mehr Sozialverhalten zu entwickeln. Wir lassen die Kinder Erfahrungen machen, begleiten und unterstützen sie in ihrem Handeln, geben Hilfestellung und setzen Grenzen.

 
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  6.5.1 Entfaltung der Kontaktfähigkeit  
 

Im Kindergartenalltag z. B. im Spiel und im Umgang miteinander, treten die Kinder in Kontakt, reden miteinander, finden Spielpartner und Freunde. Durch Aktionen wie Sing- und Spielkreis, gemeinsame Mahlzeiten und Ausflüge, Arbeitsgemeinschaften wird ein "Wir-Bewußtsein" erlebt. Ebenso werden Kontakte zu allen im Kindergarten durch eine relativ offene Gruppenarbeit und gruppenübergreifende Angebote gepflegt. Jedes Kind soll sich als wichtigen Teil der Kindergruppe und darüber hinaus, als Teil des gesamten Kindergartens sehen. Damit fördern wir auch das Sozialverhalten der Kinder der beiden Gruppen untereinander. Unser Ziel ist, daß sich die Gruppen nicht als Konkurrenz betrachten, sondern beim Treffen im Foyer oder im Garten lernen, miteinander umzugehen. Dieses Spiel mit den anderen Kindern findet täglich in der sogenannten "Freien Spielzeit" statt. Die Kinder können miteinander die oben erwähnten Räume nutzen und gemeinsam dort spielen.

 
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  6.5.2 Zusammenarbeit und Mitverantwortung in der Gruppe  
 

In allen Gruppen treten Konflikte auf, die situationsangepaßte Lösungen erfordern. Mit Unterstützung der Erzieherin lernt das Kind, kompromißbereit zu handeln und vereinbarte Regeln des Kindergartenalltags anzuerkennen und einzuhalten. Methodisch bieten sich für diese Gespräche Kleingruppenbesprechungen und Gespräche mit der gesamten Gruppe an. Die Kinder treffen sich mit ihren Erzieherinnen und besprechen einen anstehenden Konflikt, finden Lösungsmöglichkeiten und treffen Gruppenregeln. Abstimmungen innerhalb der Gruppe prägen auch das demokratische Verhalten. Außerdem werden den Kindern altersgemäße Verpflichtungen übertragen, wobei sie eine gewisse Selbständigkeit und Mitverantwortung für die Gruppe übernehmen sollen.

 
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  6.5.3 Einüben von tolerantem und demokratischem Verhalten  
 

Kinder sollen Meinungen, Ideen und Vorschläge anderer anhören und achten. Jede Meinung ist wichtig und darf geäußert werden. Es ist außerdem wichtig, daß Mehrheitsentscheidungen anerkannt und akzeptiert werden. Kinder, die ihre Ansprüche vertreten und durchsetzen können, gleichzeitig aber auch bereit sind, ihre Wünsche zugunsten anderer zurückzustellen, wenn es dafür einsichtige Begründungen gibt, werden sich in der Gruppe oder in einem Team konstruktiv, kompromißbereit und demokratisch verhalten können. Projektthemen wie z. B. das Jahresthema "Generationen" vertiefen auch die Toleranz der Kinder gegenüber anderen Menschen. Die Kinder besprechen und bearbeiten z. B. diese Themenbereiche über einige Monate hinweg und werden auch nach Abschluß dieser immer wieder behutsam von uns zum Sozialverhalten anderer gegenüber aufmerksam gemacht.

Durch die Altersmischung der Kinder werden auch die größeren Kinder von uns angehalten, den Kleineren beizustehen und ihnen behilflich zu sein. Das beinhaltet auch kleinere Aufgaben, wie das Schuhe binden, Einbeziehen in das Spiel und die Fürsorge für die Kleineren und Schwächeren. Verpönt sind dabei z. B. körperliche Übergriffe. (Dies wurde in Gruppengesprächen herausgearbeitet und als allgemeine Gruppenregel aufgestellt).

 
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  6.6 Förderung des kognitiven Bereiches  
 

Der Gesetzgeber hat die pädagogische Vorstellung der "ganzheitlichen Erziehung und Bildung" zur Grundlage der Erziehungs- und Bildungsarbeit im Kindergarten gemacht. Damit ist ausgedrückt, daß das pädagogische Arbeitsfeld des Kindergartens weiter gesteckt ist, als das der Schule. Vorverlagerte, schulbezogene Leistungsanforderungen werden in unserer Einrichtung nicht vom Kind gefordert. Untersuchungen haben gezeigt, daß vorverlagertes schulisches Lernen nicht dem Entwicklungsstand eines Kindergartenkindes entspricht und diese Kinder den anderen auch später nicht voraus sind. Deshalb fordert die Pädagogik, daß das Lernen für die Kinder ohne angstmachende Leistungsforderungen möglich sein muß.

Die gemeinsame Teilnahme an Erfahrungen macht es den Kindern möglich, so zu lernen, daß sie selbst dabei sind, daß sie sich angesprochen, ermutigt, herausgefordert fühlen. Nur so kann das Kind den Lernprozeß und die Situation aktiv mitgestalten und seinen Sachverstand, seine Ideen und Lösungsvorschläge einbringen.

Wir arbeiten nach diesem Prinzip und fördern die Kinder individuell. Kleingruppenarbeit, sowie Arbeit mit der gesamten Gruppe sind methodisch möglich. Wir fördern die Kinder spielerisch nach ihren Neigungen und Fähigkeiten. Unser Ziel ist es, spezielle Aufgaben und Inhalte anzubieten, die dem Kind die Möglichkeit geben, sich nach und nach zu einer immer selbständigeren Persönlichkeit zu entwickeln. Und neben seinen intellektuellen Fähigkeiten auch - und das ist in unserer Zeit ganz besonders wichtig - seine sozialen Empfindungen und Fähigkeiten zu entwickeln. Die Bereiche des kognitiven und des emotionalen Lernens müssen in der Erziehung des Kindes von Anfang an gleichgewichtig nebeneinander stehen, wenn eine ausgewogene und harmonische Persönlichkeit heranwachsen soll.

"Die körperlichen Voraussetzungen (z. B. Entwicklungs- und Gesundheitszustand), geistige Voraussetzungen (z. B. Wahrnehmung, Lernen, Denken), die motivationalen, sozialen Voraussetzungen (z. B. Anstrengungsbereitschaft, Verhalten in der Gruppe) sind wichtig für die Schulreife." (aus: Das ökologisch-systemische Schulreifemodell, Schulpsychologischer Dienst der Stadt Nürnberg).

 
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  6.6.1 Beobachtungsfähigkeit  
 

Um das optimale Begabungspotential beim Kind zu nutzen, muß in erster Linie die Beobachtungsfähigkeit gefördert werden. Durch Ausbildung optischer und akustischer Wahrnehmung sowie das Sensibilisieren von Empfindungen, also mit "allen Sinnen", werden die Kinder angeregt, Dinge und Situationen bewußt zu unterscheiden und zu beobachten.

Ein Spiel- und Beschäftigungsangebot, das durch die Erzieherin angeboten wird, die den jeweiligen Entwicklungsstand der Kinder kennt, eröffnet dem Kind die Chance, seine intellektuellen Fähigkeiten bestmöglich zu nutzen.

 
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  6.6.2 Merk- und Denkfähigkeit  
 

Voraussetzung zum Erreichen dieser Fähigkeiten ist es, die Auswahl von Informationen auf das Interesse der Kinder abzustimmen. So können konkrete Situationen ausgenützt werden, um die Kinder zum Aufnehmen und Behalten bestimmter Inhalte zu motivieren. Der Aufbau der Denkfähigkeit und das Durchschauen logischer Prozesse wird durch Tätigkeiten wie Sortieren, Zuordnen, Unterscheiden und Vergleichen, Schätzen und Messen usw. unterstützt.

 
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  6.6.3 Sprachförderung  
 

Sprache ist das typische Ausdrucks- und Verständigungsmittel und stellt mit dem Denken eine funktionelle Einheit dar. Wenn ein Kind Anerkennung seines gegenwärtigen Sprachverhaltens erfährt und seinem Mitteilungsbedürfnis Raum gegeben wird, wird es Freude am Sprechen finden und bereit sein, sprachliche Anregungen aufzunehmen. Im Kindergartenalltag bieten sich viele Ansatzpunkte wie z. B. beim Singen, Reimen, beim Geschichten hören und erzählen, im Gesprächskreis beim freien Erzählen, im Rollenspiel und mit Bilderbüchern den Wortschatz des Kindes zu erweitern, Begriffe zu vertiefen und seine sprachliche Ausdrucksfähigkeit zu steigern.

 
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  6.7 Umwelt und Naturverständnis  
  6.7.1 Orientierung der Kinder in ihrer Umwelt  
 

Die nähere und weitere Umgebung des Kindergartens kennen lernen, das heißt die Kinder mit dem Kindergartenterritorium vertraut zu machen und dann erst die weitere Kindergartenumgebung zu erforschen: Dadurch fühlt sich das Kind in seiner Lebensbewältigung bestärkt und sicher.

Beispiele:

  • Wo wohne ich?

  • Wo treffe ich meine Freunde?

  • Wie komme ich zum Kindergarten?

  • Wie verhalte ich mich im Straßenverkehr?

Öffentliche Einrichtungen, die Arbeitswelt, die Welt des Verkehrs und der Technik werden in unsere Umwelterziehung auch mit einbezogen. Wir besuchen z. B. eine Bäckerei und lassen uns vom Bäcker das Brotbacken erklären oder wir schauen dem ortsansässigen Steinmetz bei seiner schweren Arbeit zu und vieles mehr. Die Kinder lernen aus ihrem begrenzten häuslichen Bereich herauszukommen und sich mit den Sachzusammenhängen der neu gewonnenen Eindrücke vertraut zu machen.

 
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  6.7.2 Vertrauensvoller Umgang mit der Natur  
 

Die Lage unseres Kindergartens mit dem großen Außengelände ermöglicht es uns, das Naturverständnis unserer Kinder gut zu fördern. Die geschützte Naturhecke bietet für viele Vögel und Tiere einen natürlichen Lebensraum und für unsere Kinder herrliche Beobachtungsmöglichkeiten. Unser Ziel ist es, das Interesse der Kinder an der Natur zu wecken. Sie sollen dabei Einsichten in elementare Sinn- und Sachzusammenhänge gewinnen und eine Beziehung zu Pflanzen und Tieren aufbauen. Durch Anpflanzung und Pflege unseres Gartens und durch Spaziergänge in der näheren Umgebung erleben die Kinder die Natur. Aus den Erfahrungen, die Kinder durch diese Erlebnisse, Beobachtungen und Experimente gewonnen haben, entwickelt sich das Bedürfnis, Natur und Umwelt zu schützen. Ebenso ist der verantwortungsvolle Umgang mit Tieren ein wichtiges Ziel unserer Umwelterziehung.

Ein Leitsatz unsererseits:
"Die Kinder sollen das Bewußtsein bekommen, daß die Natur von uns Menschen geschützt werden muß und wir mit ihr behutsam umgehen müssen."

 
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  6.8 Kreativitätserziehung  
 

Jedes Kind muß die Möglichkeit haben, seine Individualität unabhängig von seiner geistigen und körperlichen Entwicklung ausdrücken zu können. Hinführen zur Kreativität ist nicht in straff organisierten, zielgerichteten Lernprozessen zu verwirklichen, sondern in offenen Situationen, in denen angemessene Formen der Anregung sowie gestalterische Spontaneität bestimmend sein können. Im spielerischen Umgang mit den Materialien und Objekten werden die sinnliche Wahrnehmungsfähigkeit und die motorische Geschicklichkeit gefördert.

Unter dem Begriff "Kreativität" verstehen wir nicht nur bildnerisches und konstruktives Gestalten, sondern auch darstellendes Spiel, musizieren, tanzen, singen sowie Hinführen zu ästhetischem Empfinden.

Wir verwirklichen dies vorwiegend durch Arbeit in Kleingruppen/Projekten wie z. B. Töpfern, Werken mit Holz, Bewegung nach Musik, kindgerechter Umgang mit Kunst- und Bildbetrachtung und einer allgemein anregend gestalteten Umgebung, in der die Kinder die Möglichkeit haben, auszuprobieren, wo ihre individuellen kreativen Begabungen liegen.

 
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  6.9 Bewegungserziehung  
 

Enge Wohnverhältnisse sowie der Mangel an genügend Spielflächen im Freien rauben Kindern häufig die Möglichkeit, ihrem natürlichen Bewegungsdrang nachzukommen. So befinden sich die Kinder oftmals in einer "Überdrucksituation", die ständige Unruhe in ihnen auslöst und die Unfähigkeit bewirkt, sich auf bestimmte Tätigkeiten zu konzentrieren. Des weiteren werden schon im Kindergartenalter Symptome von Bewegungsfaulheit und daraus resultierenden Haltungsschäden festgestellt, die sich hemmend auf körperliche und geistige Aktivitäten auswirken.

Um diesem Bewegungsdefizit entgegenzuwirken und dem Drang nach Bewegung nachzukommen, müssen außer regelmäßigen Turnangeboten (Hüpfen, Balancieren, Purzelbaum schlagen, rhythmischen Bewegungen u. v. m.) zusätzlich Bewegungsmöglichkeiten für die Kinder geschaffen werden. Tägliches Toben im Garten, sowie die Bitte an die Eltern, den Kindergartenweg zu Fuß zurück zu legen, sind zusätzliche Möglichkeiten. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, auf "entsprechend praktische Kleidung" hinzuweisen.

 
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  6.10 Gesundheit und Ernährung  
 

"Ziel der Gesundheitserziehung ist es, dem Kind einfache Kenntnisse über Körperpflege und Hygiene, über Ursachen und Verhütung von Krankheiten, über mögliche Gefahren von Unfällen und Verletzungen und das Verhalten bei solchen zu vermitteln und seine Bereitschaft zu einer gesunden Lebensweise zu fördern"
(§8 4.DVBayKiG).

Wir beraten die Kinder über gesunde Nahrungsmittel. Dazu laden wir auch die Ernährungsberater des Landkreises ein, die uns in unserer Arbeit unterstützen. Die Kinder sollen gesunde Nahrungsmittel als Vesper mitbringen. Für die richtige Ausnutzung der Nahrung ist es wichtig, beim Essen Zeit zu haben. Speziell die Mittagskinder sollen die gemeinsame Essenszeit als Ruhepol in angenehmer Atmosphäre mit der Gruppe erfahren.

Der ortsansässige Zahnarzt besucht die Kinder jährlich, erklärt ihnen den Zusammenhang zwischen gesunden Lebensmitteln für die Zähne und weniger gesunden und übt mit den Kindern das richtige Zähneputzen.

In unserer schnellebigen Zeit muß den Kindern das Bewußtsein um ihren Körper verdeutlicht werden. Das schließt die Hygiene und das Vermeiden von Unfällen mit ein. Durch Bilderbücher, Gespräche und Rollenspiele lassen sich diese Themen den Kindern sehr gut verdeutlichen.

 
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  6.11 Bedeutung von Regeln und Grenzen  
 

Im Leben von Gruppen gibt es Regeln und Grenzen, um ein soziales Miteinander zu gewährleisten. So wie Grenzen Sicherheit geben und herausfordern, so verunsichern fehlende Grenzen. So wie im Kindergarten ein großer Freiraum für die individuelle Gestaltung des Tages besteht, gibt es auch Regeln und Absprachen, an die sich alle verbindlich halten. Dabei ist nun wichtig, daß es nicht zu viele und damit undurchschaubare, sondern möglichst wenige klare und für die Kinder nachvollziehbare Regeln gibt. Diese Regeln haben sich aus sozialen Gegebenheiten herausgebildet, haben pädagogische oder aufsichtspflichtrechtliche Hintergründe.

Die Folgen einer Regelverletzung müssen den Kindern bekannt sein. Darüber hinaus gibt es, ganz nach der Situation – die Kinder fragen uns – Absprachen zwischen ihnen und uns, die wir flexibel handhaben. Auf kindliche Grenzüberschreitungen ist einzugehen, sie sind Hinweis darauf, bestehende Grenzen möglicherweise zu variieren, zu erweitern oder aber darauf, den Grenzüberschreitungen mittels abgesprochener Konsequenzen Einhalt zu gebieten. Konsequent zu sein hat nichts mit Demütigung der Kinder zu tun. Kindern Grenzen zu setzen bedeutet, sie zu achten, sie als Mitmenschen anzusehen. Grenzen setzen und konsequent sein gründet auf gegenseitiger Achtung. Kinder zu achten zieht nach sich, auch von Kindern die Achtung zu erwarten, die man ihnen entgegenbringt.

 
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  7. Planung der Inhalte und Methoden der Arbeit  
 

Man kann von allen Erlebnisbereichen des Kindes aus zu Inhaltsbestimmungen für die pädagogische Arbeit kommen. Dazu ist es hilfreich, sich die verschiedenen Lebensbereiche des Kindes zu vergegenwärtigen.

  • Familie (Eltern, Kinder, Geschwister, Großeltern usw.)

  • weitere mitmenschliche Umwelt (Nachbarschaft, Spielplatz, fremde Menschen, Kindergarten usw.)

  • gesellschaftliche Umwelt (Straße, Geschäfte, öffentliche Einrichtungen, Arbeitsbereiche der Erwachsenen, Schule usw.)

  • religiöser bzw. weltanschaulicher Lebensbereich des Elternhauses.

  • Natur (Pflanzen, Tiere, Jahreszeiten, Naturereignisse, Landschaftsformen, Witterung usw.)

  • Kultur (frühere Zeiten, Mode, Raumgestaltung, Musik, Bücher,

  • Kunst, Erzählgut, Feste usw.)

  • Technik (Hausgeräte, Radio, Fernseher, Telefon, Computer, Handwerkszeug usw.)

Bei der Auswahl der Inhalte und Methoden für unsere Arbeit im Kindergarten orientieren wir uns mit Hilfe der Situationsanalyse an den Bedürfnissen/Lebenssituationen der Kinder. Ein Jahresthema kann den Rahmen für situatives Arbeiten, Projektarbeit und gezielte Angebote bilden.

 
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  7.1 Formen der Arbeit  
  7.1.1 Freispiel  
 

Dem allgemeinen Entwicklungsstand des Kleinkindes entspricht die Regelung, daß das Freispiel einen zeitlich viel größeren Raum einnimmt als das gezielte Angebot. Im Freispiel kann das Kind spontan seine Ideen verwirklichen, es kann Spiel, Spielmaterial und seine Spielkameraden nach eigenen Wünschen wählen. Mit der Zeit lernt es, seinen Freiheitsraum nur soweit auszudehnen, daß der eines anderen Kindes nicht oder nur mit dessen Einverständnis eingeschränkt wird. Die Erzieherin hat während des Freispiels die Möglichkeit zu beobachten bzw. sich einzelnen Kindern zuzuwenden.

 
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  7.1.2 Gezieltes Angebot  
 

Regelmäßig, dem Alter entsprechende Beschäftigungen sollen das Kind allmählich zur konzentrierten Auseinandersetzung mit einer Sache führen, denn Konzentration und Ausdauer sind Fähigkeiten, die erlernt werden können. Ferner übt das Kind die Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse zeitlich aufzuschieben und sich mit einem fremdbestimmten Thema zu befassen. In verantwortungsbewußt durchgeführten Beschäftigungen, geordnet und sich langsam steigernd, aber immer lustbetont, werden dem Kind bestimmte Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten vermittelt, die Voraussetzung zur Lebensbewältigung sind. Diese organisierte Lernform macht das Kind bereits im Kindergarten mit einer Arbeitsweise der Schule vertraut und hilft Übergangsschwierigkeiten zu vermindern.

 
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  7.1.3 Projektarbeit  
 

Projektarbeit ist eine methodische Umsetzung des Situationsansatzes. Durch die Begegnung mit Lernsituationen und die Erschließung von Erfahrungsräumen im Umfeld unseres Kindergartens werden die Kinder auf das Leben in der Erwachsenenwelt vorbereitet und erfahren Hilfe zur Lebensbewältigung.
Die Projektthemen werden von uns ausgearbeitet und den Eltern zur Information ausgehängt. Bisherige Projektthemen wie - "Generationen" - "Farben, Formen und Klänge" - "Kinder sind Künstler" - "Wunderwelt Natur", wurden von den Kindern begeistert aufgenommen. Die Projekt- und Rahmenthemen können auch gruppenübergreifende Angebote für die Kinder enthalten. Wir wollen damit die innere Öffnung des Kindergartens forcieren.

 
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  7.1.4 Kleingruppenarbeit während der Freispielzeit  
 

Meist können die Kinder hier mit der Erzieherin Angebote in Anspruch nehmen, die in der Gesamtgruppe nicht so gut möglich sind. Das bezieht sich auf Bastelangebote, Bilderbuchbetrachtung, feinmotorische Arbeiten, Sprachförderung, Spiele usw. Die Erzieherin kann in einer Kleingruppe von ca. 5 Kindern besser auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen eingehen und ihnen Hilfestellung erteilen.

 
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  7.1.5 Sing-, Spiel- und Gesprächskreis  
 

Er ist auch eine bei uns beliebte Form der Arbeitsweise. Der Blickkontakt der Gruppe untereinander ist gegeben. Einer kann auf den anderen eingehen und hat die Möglichkeit mitzumachen. Auf jeden Fall ist das Kind immer in der Gruppe und am Ort des Geschehens. Gerade für sprachliche Kommunikation im Elementarbereich stellt der Sing-, Spiel- und Gesprächskreis eine dominante Arbeitsform dar.

 
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  7.1.6 Neigungsgruppen  
 

Die Kinder können wählen, ob sie mitmachen möchten. Die Motivation des Mitmachens ist bei dieser Arbeitsform sehr hoch. Das Mitbestimmungsrecht und die Entscheidungsfähigkeit werden hier unter anderem geschult.

 
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  7.1.7 Weitere Arbeitsformen  
 

Exkursionen, Spaziergänge, Theaterbesuche usw.

 
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  8. Tagesablauf aus der Sicht eines Kindes  
 

Morgens wecke ich meine Eltern und wir frühstücken zusammen. Nachdem wir uns gewaschen und angezogen haben, mache ich mich mit meiner Mami oder meinem Papi auf den Weg in den Kindergarten. Wenn ich dann da bin, freue ich mich schon auf meine Freunde und bin gespannt, was heute so alles los ist. Ein paar Kinder sind meist schon vor mir da; die mußten so früh aufstehen, daß sie im Kindergarten gefrühstückt haben.

Manchmal gehe ich zum Maltisch. Hier gibt es ganz viele tolle Sachen, z. B. Tapetenkleister, Wolle, Stoffe, Papier, Kataloge und natürlich Farben. So kann ich schneiden, kleben, malen und Bilder machen, so wie ich es mag. Diese bringe ich dann oft meiner Mami mit nach Hause.

Natürlich ist auch in der Bauecke immer allerhand los. Sehr gerne spiele ich mit der Holzeisenbahn, dem Bauernhof oder mit den Legobausteinen. Doch das beste im Zimmer ist die Puppen- und Kuschelecke. Zur oberen Spielebene muß man eine Treppe hoch und kann dann auf die anderen herunterschauen, ohne, daß uns die Erzieherin sieht. Das finden wir alle besonders spitze! In der Puppenecke toben wir manchmal, wir spielen dort "Mutter, Vater, Kind und Hund" oder wir ziehen schöne Kleider an und legen uns zum Kuscheln auf die Matratze.

Wenn ich Bescheid sage, darf ich selbst bestimmen, ob ich ins Foyer gehen will, um dort Bilderbücher anzuschauen.

An verschiedenen Tagen können wir tanzen, töpfern und turnen.

Ab und zu vermisse ich meine Freundin aus der "gelben Gruppe", die ich dann einfach kurz besuche.
Wenn das Wetter es zuläßt, können wir täglich in unserem wunderschönen, riesengroßen Garten toben.
Bei soviel Arbeit muß ich mich zwischendurch natürlich mit meiner Brotzeit und Tee stärken.

Nach dem Freispiel setzen wir uns zusammen zum Singen, Vorlesen und zum Reden. Wir dürfen sagen, welche Spiele und Lieder wir uns wünschen und berichten unsere Ideen und Erlebnisse. Manchmal bin ich da traurig, weil ich nicht so lange warten will, bis ich drankomme, aber ich sehe ja ein, daß im Kindergarten viele Kinder sind, die alle als erster drankommen wollen.

Wenn ein Kind Geburtstag hat gibt es natürlich eine gebührende Geburtstagsfeier mit Saft und Kuchen.

Der Vormittag ist nun schon zu Ende. Ich werde entweder abgeholt oder darf zum Mittagessen im Kindergarten bleiben. Vor dem Essen sprechen wir gemeinsam ein Tischgebet. Der Eßtisch ist immer schön gedeckt und es brennt eine Kerze während wir essen. Beim Essen schaut die Erzieherin, daß wir Messer und Gabel benützen.

Gemeinsam schmeckt es viel besser als allein. Als Nachtisch gibt es entweder Eis, Joghurt oder Obst. Am meisten liebe ich das Bananenrennauto oder die Apfelschiffe. Anschließend heißt es dann Zähne putzen!
Danach ruhen wir uns ein bißchen aus. Man liest uns Geschichten vor und wir hören beruhigende Musik. Obwohl ich oft keine Lust zum Schlafen habe, fallen mir ab und an doch die