| Die Orgel der Hauptkirche | |||
| Die Orgel | ||||
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| Das Orgelgehäuse | ||||
Eine
gediegene, warme und harmonische Ausstrahlung empfindet
der Betrachter der Orgel. Die schlichte und doch kunstvolle Intarsienarbeit aus eingelegtem Nußbaumfurnier beeindruckt und fasziniert. Nichts an der Orgel wirkt überladen. Auch die vergoldeten Akanthus)*-Ornamente, die bunten Blütenmotive und die zahlreichen Putten ordnen sich dem Gesamteindruck unter. )* Akanthus ist der "Bärenklau", ein in den Mittelmeerländern heimisches, stachliges Staudengewächs. Akanthus-Ornamente sind dieser Pflanze nachempfundene Schmuckelemente. Sie sind nicht selten in alten Kirchen, aber auch in antiken Tempeln zu finden. |
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| Der Aufbau | ||||
Die Orgel ist
dreitürmig angelegt. Orgelpfeifen treten in den drei
Hauptfeldern der Türme, aber auch in zwei
dazwischensetzte, nach vorne gewölbte Anbauten hervor.
Die sichtbaren Bereiche der Orgelpfeifen sind eingebettet
in die vergoldeten Akanthuswangen und in die
Blütenornamente.Der
mittlere Teil trägt oben eine Tafel mit der Aufschrift:
"Gloria in excelsis deo" (Ehre sei Gott in der
Höhe). Lk 2,9-14 Die beiden Flanken der
Orgel zieren Engelsstatuen. |
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| Die Putten | ||
![]() Putten sind in
der Barockzeit weitverbreitet. Es sind nackte oder fast
nackte Kinderfiguren mit Flügeln, also
"Kinderengel". Oftmals findet man auch nur die
Köpfe oder Köpfe und den Ansatz des Körpers, wie sie
auch an der Orgel zu erkennen sind (siehe auch Taufstein!).An der Orgel stellen Sie die Engelschar dar, die durch ihren Gesang und mit ihren Instrumenten Gott lobt und preist. |
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| Der Handwerker | ||||
| Das Orgelgehäuse wurde wie auch die Kanzel im Jahr 1711 durch den Wilhermsdorfer Karl Matter, genannt "Sonnenwirth" kunstvoll verfertigt. Seine Leistung ist um so erstaunlicher, wenn man weiß, daß er nur nebenberuflich als Schreiner gearbeitet hat. | ||||
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| Das Orgelwerk | ||||
| Während
das Gehäuse der Orgel durch die Jahrhunderte nahezu
völlig im alten Zustand erhalten blieb, hat das
Orgelwerk eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Bemerkt werden darf noch, daß zur Zeit der Entstehung die Wilhermsdorfer Orgel an Größe und Klangvielfalt alle damaligen Nürnberger Orgeln weit übertraf. |
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| Die Reichard-Orgel | ||||
| Das
Orgelwerk stammte ursprünglich von dem "Orgel
und Clavicimbelmacher" Adam Ernst Reichard
(Geb. 26.5.1670; Gest. 21.07.1756). Er war aus Thüringen
nach Wöhrd gezogen. Am 14. Oktober 1702 erwirbt er das
Nürnberger Bürgerrecht. Er hat rund 60 Jahre in
Nürnberg gearbeitet. Mitgearbeitet hat sein Geselle Johann Christoph Wiegleb aus Nürnberg. Er war damals 21 Jahre alt. (1690-1749). Die Orgel wurde im Jahr 1711 geschaffen und war am 31. Oktober 1711 fertig. (Die Kirche selbst wurde erst am 2. September 1714 eingeweiht.) Bei der Neuschaffung im Jahr 1992 wurde ein entsprechender Werkstattzettel im Orgelprospekt gefunden. |
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| In seiner "Historischen
Beschreibung von Wilhermsdorf" teilt Johann
Christian Wiebel mit: Das Orgelwerk hatte "lauter zinnerne Pfeiffen, ein doppeltes Clavier und ein Pedal. Das obere Clavier hat 7 Register, als: |
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| 1.) | Principal | 8. Fuß |
| 2.) | Octava | 4. Fuß |
| 3.) | Quinta | 3. Fuß |
| 4.) | Mixtur dreyfach | 2. Fuß |
| 5.) | Quintadena | 8. Fuß |
| 6.) | Spitz-Fleuten | 4. Fuß |
| 7.) | Superoct. | 2. Fuß |
| Das untere Clavier hat eben so viele Register, welche sind: | ||
| 1.) | Grob Gedact | 8. Fuß |
| 2.) | Klein Gedact | 4. Fuß |
| 3.) | Cymbel doppelt | |
| 4.) | Rohr Fleuten | 8. Fuß |
| 5.) | Solational | 4. Fuß |
| 6.) | Block-Fleuten | |
| 7.) | Viol di Gamba | 8. Fuß |
| Das Pedal ist von 32. Fuß" | ||
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| Renovierungen und die Strebel-Orgel | ||||
| Die
"Reichard-Orgel" wurde erstmals im Jahr 1812
durch Johann Georg Höhn aus Frauenaurach überholt. 1833 wurde der Ansbacher Orgelbauer Carl Friedrich Näser mit der Instandsetzung beauftragt. Schon 1845 wurde wieder ein Kostenvoranschlag eingeholt. Dies geschah bei dem Orgelmacher Johann Friedrich Hetz aus Kulmbach. Ob die Orgel wirklich renoviert wurde, ist aber nicht feststellbar. Am 14. Juni 1886 legte der Orgelbauer Johannes Strebel ein Orgelgutachten vor. 1887 erhielt er den Auftrag für einen Orgelneubau. Er sollte in das historische Gehäuse ein mechanisches Kegelladenwerk einbauen. Die Disposition ist nicht mehr zweifelsfrei feststellbar. Größere Umbauten und Erweiterungen erfolgten 1939 durch die Firma Steinmeyer. So wurde die Orgel mit einer elektrischen Traktur versehen. Vermutlich wurde auch der Spieltisch erneuert, sowie die Disposition und Intonation der Strebel-Orgel verändert. 1967 wurde die Orgelbaufirma Erich Bauer aus Unterasbach mit der vollkommenen Überholung und Instandsetzung der Orgel und gleichzeitiger Imprägnierung gegen den Holzwurm beauftragt. |
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| Die Hoffmann-Orgel von 1992 | ||||
| Alle Änderungen
vermochten die Strebel-Orgel nicht zu verbessern. So
wurde beschlossen, die Reichard-Orgel zu rekonstruieren.
Als Glücksfall stellte sich der Fund des
Werkstattzettels von Adam Ernst Reichard heraus. Man
entdeckte auch andere Hinweise im Orgelgehäuse, die es
ermöglichten, die Anordnung des Orgelwerkes
festzustellen. Mit der Firma Hoffmann fanden sich engagierte Orgelbauer, die ihr ganzes Können in die Umsetzung dieser Aufgabe einbrachten. Es waren intensive Forschungen und Vorarbeiten nötig, ehe man sagen konnte, das Klangbild der ersten Orgel zu kennen und nachbilden zu können. Großer Dank für die beharrliche Arbeit an der Restaurierung gebühren auch Jürgen-Peter Schindler, dem Orgelsachverständigen von Sulzbach Rosenberg und Pfarrer Ernst Kramer, der die Restaurierung mit sehr großer Energie vorangetrieben hat. |
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| Disposition der Hoffmann-Orgel in Wilhermsdorf | ||||
| Hauptwerk C-d³ II. Manual |
Principal | 8 | + | Prospekt, Zinn |
| Quintadena | 8 | + | Metall | |
| Octava | 4 | + | Metall | |
| Spitz-Fleuten | 4 | + | Metall | |
| Quinta | 3 | + | Metall | |
| Superoctava | 2 | + | Metall | |
| Sesquialtera | neu | Metall | ||
| Mixtur 3f. | 2 | + | Metall | |
| Hinterwerk C-d³ I. Manual |
Grobgedackt | 8 | + | Holz: c-h Kiefer; c'-d''' Eiche |
| Rohr-Fleuten | 8 | + | Metall | |
| Viol di Gamba | 8 | + | Metall | |
| Kleingedackt | 4 | + | Holz: C-c Kiefer; cs-d''' Linde |
|
| Solational | 4 | + | Metall | |
| Block-Fleuten | 2 | + | Metall | |
| Cymbel doppelt | ½ | + | Metall | |
| Vox humana | 8 | neu | Metallbecher | |
| Pedalwerk C-f | Subbaß | 16 | + | Holz-Kiefer |
| Violon Baß | 8 | + | Holz-Kiefer | |
| Bassett | 4 | neu | Holz-Linde | |
| Posaune | 16 | neu | Holzbecher | |
| Koppeln | Schiebekoppel I | Hinterwerk/Hauptwerk | ||
| Copula I | Hauptwerk/Pedal | |||
| Copula II | Hinterwerk/Pedal | |||
| Cymbelstern C | Schalenglocken
c''' e''' g''' c''' |
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| Cymbelstern G | Schalenglocken
g'' h'' d''' g''' |
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| + = Register der Reichard-Orgel von 1711: | ||||
| Temperierung: | Ungleich schwebend nach Bach/Kellner 7 reine Quinten 5 "wohltemperierte" Quinten |
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| Erbaut | 1992 Orgelbau-Werkstätten Otto Hoffmann, Ostheim/Rhön |
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