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Im Jahr 1985 schloß ich mein Studium mit dem ersten
Examen ab. Das Vikariat absolvierte ich in Miltenberg und legte 1987 das
2. Examen ab. |
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JB: |
Wohin führte Sie Ihre erste Anstellung und wie erging
es Ihnen dort? |
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DH: |
Nach meinem 2. Examen kam ich auf die Pfarrstelle
Schopfloch als Pfr. z. A. (zur Anstellung). Ich habe mich dann auf diese
Pfarrstelle beworben und wurde 1990 als Pfarrer installiert. Meiner Frau
und mir gefiel es in Schopfloch gut. Schopfloch hat ca. 1700
Gemeindeglieder. Wir hatten ein schönes Schaffen. Im Jahr 2006 hatten
wir noch die Zeltmission zu Gast. Sogar die Ortsvereine, die sich sonst
zur Kirche distanzierter verhielten, wirkten bei diesen Veran-staltungen
engagiert mit. Mein Schwerpunkt war in den letzten 20 Jahren das Bauen.
Zwei mal mussten wir den Kindergarten umbauen. Wir bekamen ein
Gemeindehaus und die Kirche bekam neue Glocken, da die alten, die aus
Stahlguß gefertigt waren, zu zerbrechen drohten. |
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JB: |
Was hat Sie bewogen, Ihre Stelle zu wechseln und warum
gingen Sie nach Sugenheim? |
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DH: |
Unser Sohn war mit der Schule fertig. Das bot eine
Gelegenheit, sich neu zu orientieren. Da meine Frau und ich gerne auf
dem Land leben, suchten wir nach einer Landgemeinde. Weil ich selber
Franke bin und Franken liebe, wollte ich im Fränkischen bleiben. Die
Gemeinde-struktur in Sugenheim hat uns zugesagt, die Wohnsituation und
die Kirche ebenfalls. Für unsere Tochter ist die geringe Entfernung zur
Bahn günstig, weil sie bei uns wohnen und in Würzburg arbeiten kann. Die
Landschaft gefällt uns und auch die Infrastruktur, weil die wichtigsten
Geschäfte, Arzt, Apotheke und eine Grundschule vorhanden sind. Und das
Dorf ist schön hergerichtet. |
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JB: |
Ihr Dienstbeginn verlief nicht so reibungslos, wie es
geplant war. Wie kam es dazu? |
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DH: |
Ich sollte eigentlich schon am 15. Juli 2007 eingeführt werden. Aber eine Woche
vor unserer Verabschiedung in Schopfloch diagnostizierte ein Arzt bösartigen
Hautkrebs an der Rückwand des rechten Auges. Zuerst wurde das Auge mit einem
Spezialgerät bestrahlt. Inzwischen habe ich drei Operationen hinter mir. Eine
vierte Operation steht noch an. Die Sehkraft des einen Auges ist stark
eingeschränkt und die Sehachsen sind verschoben. Damit verbunden sind auch
Kopfschmerzen. Deshalb kann ich zwar derzeit meinen Dienst nicht mit vollem
Einsatz tun. Aber ich kann doch arbeiten. Die Einführung in Sugenheim konnte
schließlich am 16.12.2007 stattfinden. |
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JB: |
Wie erging es Ihnen bisher in Sugenheim? |
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DH: |
Ich hatte inzwischen schon viele gute Begegnungen mit
Menschen hier. Auch die Runde der Mitpfarrer arbeitet sehr harmonisch
zusammen. Dass die Abstimmung der Gottesdienste, sowie die Urlaubs- und
Vertretungsplanung unter uns fünf Pfarrern so gut klappt, das hat mich
schon überrascht und erfreut. Auch die Zusammenarbeit mit dem Dekanat in
Neustadt/Aisch und der Verwaltungsstelle funktioniert gut. Ein Problem
wird vermutlich die nächste Landesstellenplanung werden. Es ist
fraglich, ob die Pfarrstelle als ganzes erhalten bleibt, oder ob sie nur
noch als halbe Stelle weitergeführt werden kann. |
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JB: |
Welche besonderen Begabungen und Hobbys haben Sie und
wo liegen Ihre Schwächen? |
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DH: |
Ich halte mich für einen guten Zuhörer. Ich bin ein
stiller Mensch, der erst viel zuhört, bevor er etwas sagt. Wichtig sind
mir auch die Hausbesuche, um die Gemeinde kennenzulernen. Ich möchte
Mitarbeiter fördern, dass sie selbständig in der Gemeinde mitarbeiten
können und ich freue mich über Begabungen, die ich entdecke. Ich bin
froh, dass ich eine fitte Sekretärin habe, die die meisten Arbeiten am
Computer erledigt - für mich ist der ein Zeiträuber - und dass die
Verwaltungsstelle funktioniert. Ich spiele gerne Gitarre und gehe oft in
die Natur - zu Fuß oder mit dem Fahrrad und mit dem Hund. |
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JB: |
Pfarrer Hertel, ich danke Ihnen für das Gespräch und
wünsche Ihnen Gottes Segen für Ihren Dienst. |
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