Nachrichten aus dem Dekanatsbezirk  
     
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  Pfr. Dieter Hertel kann den Sugenheimern gut zuhören
Der Pfarrer lebt mit seiner Frau gerne auf dem Land
 
  Pfarrer Dieter Hertel (48) ist verheiratet. Das Ehepaar hat eine Tochter (22) und einen Sohn (20). Im Dezember 2007 wurde er in der Gemeinde Sugenheim eingeführt. Er betreut auch die Gemeinde Neundorf. Obwohl ihn eine Erkrankung am Auge behindert, versieht er seinen neuen Dienst gerne.  
 
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Pfarrer Dieter Hertel
JB: Erzählen Sie uns bitte etwas von Ihrer Kindheit, Ihrer Ausbildung und wie Sie in die Kirche hineingewachsen sind?
DH: Ich wurde in Rehau geboren und besuchte später das Gymnasium in Selb, da es am Ort keines gab.
Ich bin in einer Jugendgruppe groß geworden, die von einem Kirchenvorsteher geleitet wurde. Am Ende der Schulzeit am Gymnasium stellte sich mir dann die Frage, ob ich Theologie studieren wollte, um Pfarrer zu werden.
JB: Wie verlief Ihr Studium?
DH: Ich studierte in Neuendettelsau und in Tübingen. Während des Studiums in Neuendettelsau lernte ich auch meine Frau auf einer Freizeit in Eichstätt kennen. Sie stammt aus Baden. 1982 haben wir geheiratet.
 
    Im Jahr 1985 schloß ich mein Studium mit dem ersten Examen ab. Das Vikariat absolvierte ich in Miltenberg und legte 1987 das 2. Examen ab.  
  JB: Wohin führte Sie Ihre erste Anstellung und wie erging es Ihnen dort?  
  DH: Nach meinem 2. Examen kam ich auf die Pfarrstelle Schopfloch als Pfr. z. A. (zur Anstellung). Ich habe mich dann auf diese Pfarrstelle beworben und wurde 1990 als Pfarrer installiert. Meiner Frau und mir gefiel es in Schopfloch gut. Schopfloch hat ca. 1700 Gemeindeglieder. Wir hatten ein schönes Schaffen. Im Jahr 2006 hatten wir noch die Zeltmission zu Gast. Sogar die Ortsvereine, die sich sonst zur Kirche distanzierter verhielten, wirkten bei diesen Veran-staltungen engagiert mit. Mein Schwerpunkt war in den letzten 20 Jahren das Bauen. Zwei mal mussten wir den Kindergarten umbauen. Wir bekamen ein Gemeindehaus und die Kirche bekam neue Glocken, da die alten, die aus Stahlguß gefertigt waren, zu zerbrechen drohten.  
  JB: Was hat Sie bewogen, Ihre Stelle zu wechseln und warum gingen Sie nach Sugenheim?  
  DH: Unser Sohn war mit der Schule fertig. Das bot eine Gelegenheit, sich neu zu orientieren. Da meine Frau und ich gerne auf dem Land leben, suchten wir nach einer Landgemeinde. Weil ich selber Franke bin und Franken liebe, wollte ich im Fränkischen bleiben. Die Gemeinde-struktur in Sugenheim hat uns zugesagt, die Wohnsituation und die Kirche ebenfalls. Für unsere Tochter ist die geringe Entfernung zur Bahn günstig, weil sie bei uns wohnen und in Würzburg arbeiten kann. Die Landschaft gefällt uns und auch die Infrastruktur, weil die wichtigsten Geschäfte, Arzt, Apotheke und eine Grundschule vorhanden sind. Und das Dorf ist schön hergerichtet.  
  JB: Ihr Dienstbeginn verlief nicht so reibungslos, wie es geplant war. Wie kam es dazu?  
  DH: Ich sollte eigentlich schon am 15. Juli 2007 eingeführt werden. Aber eine Woche vor unserer Verabschiedung in Schopfloch diagnostizierte ein Arzt bösartigen Hautkrebs an der Rückwand des rechten Auges. Zuerst wurde das Auge mit einem Spezialgerät bestrahlt. Inzwischen habe ich drei Operationen hinter mir. Eine vierte Operation steht noch an. Die Sehkraft des einen Auges ist stark eingeschränkt und die Sehachsen sind verschoben. Damit verbunden sind auch Kopfschmerzen. Deshalb kann ich zwar derzeit meinen Dienst nicht mit vollem Einsatz tun. Aber ich kann doch arbeiten. Die Einführung in Sugenheim konnte schließlich am 16.12.2007 stattfinden.  
  JB: Wie erging es Ihnen bisher in Sugenheim?  
  DH: Ich hatte inzwischen schon viele gute Begegnungen mit Menschen hier. Auch die Runde der Mitpfarrer arbeitet sehr harmonisch zusammen. Dass die Abstimmung der Gottesdienste, sowie die Urlaubs- und Vertretungsplanung unter uns fünf Pfarrern so gut klappt, das hat mich schon überrascht und erfreut. Auch die Zusammenarbeit mit dem Dekanat in Neustadt/Aisch und der Verwaltungsstelle funktioniert gut. Ein Problem wird vermutlich die nächste Landesstellenplanung werden. Es ist fraglich, ob die Pfarrstelle als ganzes erhalten bleibt, oder ob sie nur noch als halbe Stelle weitergeführt werden kann.  
  JB: Welche besonderen Begabungen und Hobbys haben Sie und wo liegen Ihre Schwächen?  
  DH: Ich halte mich für einen guten Zuhörer. Ich bin ein stiller Mensch, der erst viel zuhört, bevor er etwas sagt. Wichtig sind mir auch die Hausbesuche, um die Gemeinde kennenzulernen. Ich möchte Mitarbeiter fördern, dass sie selbständig in der Gemeinde mitarbeiten können und ich freue mich über Begabungen, die ich entdecke. Ich bin froh, dass ich eine fitte Sekretärin habe, die die meisten Arbeiten am Computer erledigt - für mich ist der ein Zeiträuber - und dass die Verwaltungsstelle funktioniert. Ich spiele gerne Gitarre und gehe oft in die Natur - zu Fuß oder mit dem Fahrrad und mit dem Hund.  
  JB: Pfarrer Hertel, ich danke Ihnen für das Gespräch und wünsche Ihnen Gottes Segen für Ihren Dienst.  

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