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Die vielseitige Arbeit und der Kontakt zu den Menschen macht ihr Spaß
Frau Dürr feierte Jubiläum: 20 Jahre Pfarramtssekretärin
Die gelernte Großhandelskauffrau möchte nicht mehr anderswo arbeiten
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Am 1. Oktober 1984 trat sie die Stelle als Pfarramtssekretärin an. Inzwischen ist sie eine "Institution" in Wilhermsdorf - Frau Renate Dürr, gerade 60 Jahre alt geworden, ist aus dem Pfarrhaus nicht mehr wegzudenken. Jürgen Bär hat mit ihr gesprochen: |
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Frau Renate Dürr |
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| JB: |
Erzählen Sie mir doch bitte ein wenig aus Ihrem Werdegang: |
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RD: |
Ich bin im Lenzenhaus aufgewachsen. Mein Vater starb in russischer Gefangenschaft, als ich ein Jahr alt war. In Wilhermsdorf besuchte ich die Schule. Als ich 16 Jahre alt war, zog meine Mutter mit mir in die "Klinge" um. Ab 1. September 1959 lernte ich bei der Baywa in Wilhermsdorf den Beruf des Großhandelskaufmanns. Ich heiratete und bekam 1966 meine Tochter Birgit, 1970 meinen Sohn Günther. Im September 1967 übernahmen wir das Geschäft meines Mannes, eine Konditorei mit Lebensmittelverkauf. Von da an stand ich im Laden oder half in der Backstube mit. 1977 mußten wir das Geschäft aufgeben, da es zu klein war, um weiter davon leben zu können.
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Ab 01.05.1978 arbeitete
ich in der Verwaltung der Baywa in Nürnberg.
1983 wurde die Verwaltung komplett aufgelöst und ich wurde arbeitslos. Wir waren in die Neustädter Straße umgezogen. Zu der Zeit begann es dann auch, in meiner Ehe zu kriseln, was schließlich zur Scheidung führte. |
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JB: |
Wie kam es, daß sie Pfarramtssekretärin wurden? |
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RD: |
Meine Mutter erzog mich kirchlich. Ich wurde angeleitet, den Gottesdienst regelmäßig zu besuchen und das habe ich auch beibehalten. Eines Tages wurde abgekündigt, daß eine neue Sekretärin gesucht würde. Ich bewarb mich und wurde eingestellt. Es war eine Stelle mit 20 Wochenstunden. Damals arbeitete ich 12 Stunden in Wilhermsdorf, 4 Std. in Hagenbüchach und 4 Std. in Wilhelmsdorf. Jetzt arbeite ich 13 1/2 Stunden in Wilhermsdorf. In Wilhelmsdorf arbeite ich seit 2002 nicht mehr, weil ich mehr Zeit für die Pflege meiner Mutter brauche.
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JB: |
Gemeinhin denkt man immer, die Hauptaufgabe einer Sekretärin sei es, dem Chef Kaffee zu kochen. Welche Aufgaben haben Sie zu erledigen? |
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RD: |
Eine Kaffeemaschine haben wir gar nicht. Ich habe viele verschiedene Aufgaben zu erledigen: Die Gabenkasse führen und verwalten, Überweisungen tätigen, die Informationen für das Mitteilungsblatt zusammenstellen, Abkündigungen schreiben, die Kirchenbücher zu Taufen, Trauungen, Beerdigungen und Konfirmationen zu führen. Ich arbeite bei der Erstellung des Gemeindegrußes mit, erledige die Einladungen zur Jubelkonfirmation, führe die Gemeindegliederkartei, mache Tür- und Telefondienst, schreibe Urkunden mit Bibelworten zu Taufen, Trauungen, Konfirmationen und Ehejubiläen, dazu auch die Einträge in die Stammbücher und noch vieles mehr.
Am wenigsten gefallen mir die Archivierungstätigkeiten. Es ist schwierig und langwierig, die Schriftstücke bei dem umfangreichen und komplizierten Archivierungssystem abzulegen. Das mache ich nicht gerne. |
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JB: |
Welche Wandlungen im Alltag der Pfarramtssekretärin haben Sie als gravierend erlebt? |
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RD: |
Die größte Veränderung gab es mit der Einführung des Computers. Fast alles wird jetzt mit dem PC erledigt. Vieles ist damit einfacher geworden. Mit der Schreibmaschine werden nur noch die Einträge in die Stammbücher und ein paar andere Kleinigkeiten geschrieben. |
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JB: |
Welche Pfarrer haben Sie jetzt schon erlebt? |
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RD: |
In Wilhermsdorf Pfarrer Kramer und Pfarrer Kleefeld; in Hagenbüchach Pfr. Senft, Pfr. Müller-Bardorf und Pfr. Göller; in Wilhelmsdorf waren es Pfr. Wojke, Pfr. Simon und Pfarrerin Flierl-Simon. Dazu kommen noch die Vertreter während der Vakanzzeiten bei den Pfarrerwechseln.
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JB: |
Welche Arbeit erledigen Sie am liebsten? |
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RD: |
Ich gehe gern mit Geld um. Das Führen der Gabenkasse macht mir Spaß. Ich bin auch ehrenamtlich Schriftführerin und Kassiererin im Diakonieverein. Sehr gerne schreibe ich auch die Bibelsprüche auf die Urkunden - überhaupt alles, was mit der Bibel zu tun hat. |
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JB: |
Was gefällt Ihnen am Beruf der Pfarramtssekretärin? |
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RD: |
Eigentlich fast alles- außer den Ablagetätigkeiten. Die Arbeit ist sehr vielseitig, interessant und abwechslungsreich. Der Pfarrer läßt mich weitgehend selbständig die Arbeit erledigen - sie muß nur gemacht werden. So kann ich meine Arbeit ziemlich frei planen und einteilen. Man kommt viel in Kontakt mit Menschen. Hinter allem, was man tut, stecken Menschen mit ihren Schicksalen und man erlebt viel Freude und Leid mit. |
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JB: |
Haben Sie Hobbys?
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RD: |
Ich lese gerne. Mein ganzes Wohnzimmer ist schon voller Bücher. Und ich würde gerne Rad fahren, wenn ich könnte. Aber das geht wegen der Pflegebedürftigkeit meiner Mutter nicht. |
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JB: |
Frau Dürr, herzlichen
Dank für das Gespräch und Gottes Segen im weiteren Dienst. |
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