Der Tätigkeitsbericht des Diakonievereins für das Jahr
2006
Die Mitgliederstatistik weist zum heutigen Tag 504 Personen,
Familien oder Institutionen aus, die dem Verein angehören. Wir
beobachten durch Sterbefälle oder Wegzüge einen gewissen Rückgang
unserer Mitgliederzahlen, aber auch dann, wenn Leistungen der
Diakoniestation nicht mehr in Anspruch genommen werden. Diese Abgänge
versuchen wir durch die Werbung neuer Mitglieder im Bereich der
Kindergärten oder aber auch der neuen Patienten der Diakoniestation
auszugleichen.
Seit der letzten Hauptversammlung hat sich der Ausschuß des
Diakonievereins 4 Mal getroffen. Dabei hat uns natürlich die
Vorbereitung des Jubiläums besonders beschäftigt. Darauf komme ich im
Verlauf des Abends noch zu sprechen.
Weitere Schwerpunkte unser Gesprächen waren Ein- und Austritte, die
Kinderkrippe, die Ganztagsbetreuung, die Frage eines Pflegeheims.
Außerdem hat uns kirchenpolitisch das neue Diakoniegesetz beschäftigt
das die verfaßte Kirche und die Diakonie auch und gerade auf kommunaler
Ebene einander zugewiesen hat. Tenor: Kirche ohne praktizierte
Nächstenliebe in Form der Diakonie ist nicht vorstellbar. Diakonie ohne
das Bewußtsein, in ihrem Tun Verkündigungsdienst zu leisten ebenso
wenig. Insofern muß es unsere Aufgabe in der Zukunft sein, das
Evangelische Profil der diakonischen Tätigkeit zu schärfen, uns aber
auch als Kirchengemeinde noch stärker als diakonische Gemeinde zu
verstehen, der das Wohl derer am Herzen liegen muß, die unsere Hilfe
brauchen. Mit diesem Diakoniegesetz hängen einige Satzungsänderungen
zusammen, die wir vornehmen müssen.
Schon im Vorgriff auf die Satzungsänderung, die wir bei der letzten
Mitgliederversammlung in Aussicht genommen haben, wurden von Spenden
Ausstattungsgegenstände für die Kinderkrippe und ein Kopier- und
Faxgerät sowohl für die Station als auch für die Ganztagsbetreuung
gekauft.

Aus der Diakoniestation läßt sich berichten, daß noch wie vor
zwischen 37 und 44 Patienten im Monat versorgt werden, obwohl etliche
langjährige Patienten im vergangenen Jahr verstorben sind oder ins
Pflegeheim mußten. Es wurden an die 100 Beratungseinsätze geleistet. Das
sind vorgeschriebene Besuche bei Patienten, die ausschließlich von
Angehörigen gepflegt werden. Daß der Verwaltungsaufwand eher noch
steigt, gehört zu den Ärgernissen im Bereich der Diakoniestation. Sehr
gefreut hat uns im Bereich der ganzen Station, daß das
Qualitätsmanagement Früchte trägt und der Zentralen Diakoniestation
Anerkennung beschert. Daß auch im vergangen Jahr ein Patientennachmittag
durchgeführt wurde ist ebenso erwähnenswert wie die Möglichkeit, in
Markt Erlbach ein zusätzliches Betreuungsangebot für Demenzkranke in
Anspruch zu nehmen. Daß wir insgesamt als Zentrale Diakoniestation gut
dastehen, verdanken wir neben dem vorausschauenden Management durch
unseren Geschäftsführer, Herrn Diakon Höfner, und die
Pflegedienstleitung Frau Herta Gräf, vor allem auch dem unermüdlichen
Einsatz der Mitarbeiterinnen und von Herrn Dietmar Piehler. Ihnen, aber
auch allen, die in der Verwaltung tätig sind, sei an dieser Stelle
herzlich Dank gesagt.
Nicht vergessen möchte ich, auch unserem Besuchsdienst unter
der Leitung der Sozialarbeiterin Frau Ursula Kluge zu danken, der nun
schon bald 10 Jahre in aller Stille die Arbeit der Pflege dadurch
unterstützt, daß die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die
Pflegebedürftigen, Bettlägerigen und Alleinstehenden in unserer Gemeinde
treu besuchen. Nicht zuletzt der Besuchsdienstkreis macht es übrigens
möglich, daß wir den Patientennachmittag anbieten können. Der
Besuchsdienst kommt vier bis fünf Mal im Jahr zusammen, um sich über die
Eindrücke aus dieser Arbeit auszutauschen. In diesem Arbeitsbereich
würden wir uns noch einige Mitarbeitende mehr wünschen.
Danken möchte ich auch unseren Mitarbeiterinnen in den
Kindergärten. Hier leiden wir zur Zeit unter den drastisch
rückläufigen Kinderzahlen. Hatten wir bisher pro Jahrgang zwischen 60
und 80 Kinder, die noch einem Kindergartenplatz fragten, werden wir in
zwei, drei Jahren nur noch etwa 30 Kinder haben. Das hat Konsequenzen:
Schon in diesem Jahr mußten wir eine Gruppe mit 25 Plätzen im
Kindergarten schließen.
Gott sei dank, zeigte sich jedoch ein Betreuungsbedarf bei den unter
dreijährigen Kinder. So daß wir mit Zustimmung der Marktgemeinde im
Kindergarten St. Johannes eine Krippe einrichten konnten, in der wir
zwischenzeitlich 14 Kinder täglich von 7.00 Uhr bis 14.00 Uhr betreuen
können. Diese Veränderung brachte jedoch erhebliche Herausforderungen an
das Team des Kindergartens mit sich. Die Erzieherin Frau Gisela Höng und
die Kinderpflegerin Frau Carmen Klemm mußten sich auf ein ihnen bisher
nicht vertrautes Tätigkeitsfeld "umschulen". Die verbliebenen Kinder
mußten auf die zwei verbliebenen Gruppen verteilt werden. Es wurden
konzeptionelle Änderungen ebenso nötig, wie bauliche. Und auch die
Ausstattung mußte mit einem Aufwand von etwa €
10.000,00
verändert werden.
Dem ganzen Kindergarten- und Kinderkrippenteam, den Elternbeiräten
und den Eltern möchte ich an dieser Stelle herzlich Dank sagen, für die
Bereitschaft, sich auf diesen Weg gemacht zu haben.
Neben diesen Veränderungen nahm auch die Einführung des neuen
Betreuungsgesetzes und seiner Auswirkungen auf die wirtschaftliche und
personelle Seite unserer Kindergartenarbeit in Anspruch. In diesem
Zusammenhang muß nun in den Kindergärten in Zusammenarbeit mit der
Schule auch eigens eine Sprachförderung von Kindern betrieben werden,
die sprachliche Defizite mitbringen.
Natürlich gibt es aus dem Kindergarten St. Johannes auch noch
etwas inhaltlicher Art zu berichten: Besonders herauszuheben ist, daß
Frau Grete Eberlein, unsere langjährige Kindergartenleitung, in den
Ruhestand gegangen ist. Wir haben sie im Rahmen eines
Familiengottesdienstes verabschiedet und ihr gedankt. Sie hat unzählige
Kinder in unserer Kommune auf liebevolle Art und Weise begleitet und
geprägt. Dafür sei ihr auch an dieser Stelle herzlich Dank gesagt. Frau
Stefanie Schuh hat ihre Nachfolge übernommen und erweist sich als
kompetente und engagierte Leitung. Auch dafür sagen wir herzlich Dank.
Das warme Mittagessen hat sich zwischenzeitlich gut eingeführt,
wenngleich wir uns wünschten, es kämen noch ein paar Kinder mehr dazu.
Der Tag der Offenen Tür am Tag der Kirchenvorstandswahl im Herbst war
ein großer Erfolg. Das Jahresthema heißt in diesem Jahr "Alles hat seine
Zeit". Auf ganz vielfältige Weise begegnen die Kinder der Zeit und
erhalten dadurch ein Gefühl für diesen Begriff.
Geärgert hat uns kurz vor Weihnachten ein Einbruch, der uns einen
Sachschaden von etwa € 1200,00 und viel zusätzliche Arbeit beschert hat.
Daß der Kindergarten Regenbogen die Entwicklung der
Kinderzahlen auch mit Sorge betrachtet brauche ich eigentlich nicht
eigens zu erwähnen. In diesem Jahr jedoch waren wir, im übrigen wie im
Kindergarten St. Johannes mit den Buchungen der Eltern sehr zufrieden.
Der im Lauf des Kindergarten wachsende Bedarf an Betreuungsstunden
nötigte uns, wie auch im Kindergarten St. Johannes zusätzliches Personal
anzustellen.
Inhaltlich beschäftigt uns im Kindergarten das Thema "Spaziergang auf
dem Regenbogen - Farben und Formen", das den Kindern die
Auseinandersetzung mit den Farben und Formen ermöglichen soll, die sie
in ihrer Welt erleben können. Zum anderen fiebern das Team, der
Elternbeirat und die Kindergartenkinder auf den 4.3.2007 hin, an dem
sich die Einweihung des Kindergartens zum 10. Mal jährt. Zu dem bunten
Gottesdienst und den anschließenden Festlichkeiten möchten wir Sie ganz
herzlich einladen. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie daran teilnehmen
könnten.
Zum Abschluß meines Berichtes möchte ich auf einen Arbeitsbereich
eingehen, für den wir noch nicht zuständig sind, um dessen Förderung ich
den Diakonieverein aber auch bitten möchte. Ich meine die
Ganztagsbetreuung. Seit dem 01. 10.2006 betreuen wir im Hausmeisterhaus
an der Volksschule mit der Sozialpädagogin Frau Sabine Kleine 10
Hauptschülerinnen und Hauptschüler Montags bis Freitags von 13.00 Uhr
bis 16.00 Uhr. Die Schülerinnen und Schüler sollen in der
Ganztagsbetreuung eine geregelte Mittagspause mit einem vernünftigen
Mittagessen erhalten. Sie werden bei der Hausaufgabenerstellung
begleitet und sie sollen miteinander in der verbleibenden Zeit Freizeit
gestalten.
Diese Arbeit hat im Grunde auf abenteuerliche Weise von heute auf
morgen begonnen und ist durch die Flexibilität von Frau Kleine, des
Kirchenvorstands, der Marktgemeinde, des Bauhofs und des Schulpersonals
möglich geworden. Zwischenzeitlich bekomme ich positive Rückmeldungen
dahingehend, daß die Arbeit bei Kindern bereits zur Stabilisierung
sowohl der Persönlichkeit als auch der schulischen Leistungen
beigetragen hat. Diese Rückmeldungen freuen mich und zeigen, daß diese
Arbeit wichtig ist und weiter ausgebaut werden muß.