Nachrichten aus der Kirchengemeinde  
     
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Adolf Niederhöfer wuchs in die Arbeit in CVJM und Gemeinde hinein
Von Gottes Ruf getroffen - 50 Jahre ehrenamtliche Mitarbeit
Ein Vorbild für andere, die sich in der Gemeinde engagieren wollen

 
     
  Noch als ehrenamtlicher junger Mitarbeiter im CVJM Neustadt/Aisch habe ich Adolf kennengelernt. Nun blickt er auf 50 Jahre Engagement in der gemeindlichen Arbeit und im CVJM zurück. Von ihm kann man sich vieles abschauen und er macht Mut, selbst in der Arbeit für den Herrn Jesus aktiv zu werden. Anläßlich seines Jubiläums, das am 3. September gefeiert wurde, habe ich ihn befragt:  
     
 
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JB: Adolf, wie bist Du zur Mitarbeit gekommen? Wer oder was war dafür „verantwortlich“?
AN: Die Nürnberger Bäckerposaunen, ein Posaunenchor des CVJM, der damals fast ausschließlich aus Bäckergesellen und Lehrlingen bestand, war an einem Wochenende im August 1956 zum Zelten in Wilhermsdorf. Am Abend saß man ums Lagerfeuer - darunter auch einige CVJMer aus Wilhermsdorf und darunter auch ich.
 
    Ein junger Bäckergeselle, ich weiß nur noch, daß er Reinhold hieß, hielt die Andacht. Das Thema und den Inhalt der Andacht weiß ich nicht mehr.
Aber an diesem Abend wurde mir ganz deutlich bewußt, daß Jesus mich liebt und auch für mich gestorben ist.
Und so beschloß ich aus Dankbarkeit für ihn etwas zu tun. Ich ging am nächsten Tag zu unserem Pfarrer Wenning und erzählte ihm, daß ich nun mein Leben mit Jesus gehen will.
 
  JB: Welche Konsequenzen ergaben sich daraus?  
  AN: Pfarrer Wenning gab mir gleich eine Aufgabe: ich sollte die Jungschararbeit, die seit einigen Monate still lag, wieder aufnehmen. Ich hatte keine Ahnung, wie ich das machen sollte, aber ich wollte es und ich hatte ja nun Jesus, der mir dabei half und vor allem auch mit Gaben ausstattete, die ich brauchte. Es war schon etwas gewagt, mich ohne irgendeine Ausbildung auf die Kinder loszulassen, aber die Verhältnisse waren damals noch anders und die Kinder waren mit weniger zufrieden als heute. Zur Jungschararbeit kamen die Kindergottesdienstarbeit und später noch viele andere Dienste in der Kirche und im CVJM hinzu.  
  JB: Was hat Dich damals beim CVJM gehalten? Woher hast Du das Durchhaltevermögen genommen?  
  AN:
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Jungscharzeltlager 1960
in Eningen/Achalm bei Reutlingen
(damals noch alle mit Fahrtenhemd)

Gottes Ruf hatte mich getroffen. Da konnte ich nicht einfach wieder aufhören und irgend etwas anderes machen. Anfragen waren schon da: vom Sportverein, ja sogar in die Politik hätte ich gehen sollen. Aber das sah ich nicht als meinen Weg. Ich habe mich an einen Liedvers gehalten: „Laß dich nicht von Menschen leiten, Menschen sind wie Laub im Wind. Jesus schafft Persönlichkeiten, die das Salz der Erde sind.“

Die Pfarrer Thiemann und Wenning haben mich schon unterstützt, da der CVJM im Wesentlichen die Evangelische Jugendarbeit der Gemeinde übernommen hatte. Trotzdem war der CVJM aber auch schon immer ökumenisch ausgerichtet.
Schön war auch die gute Gemeinschaft untereinander. Die gemeinsamen Erlebnisse haben uns zusammengeschweißt.

Meine Kraftquelle aber war immer das Gebet. Mir war es wichtig, vor allen Entscheidungen im Gebet mit Gott zu reden, ihn einzubeziehen und mich von ihm durch sein Wort und durch seine Kraft stärken zu lassen. Gelingen kann etwas nur, wenn Gott dabei ist.

 
  JB: Welche ehrenamtlichen Aufgaben waren für Dich besonders schön?  
  AN:
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Jungscharstunde (vor dem Luthersaal)

Zunächst das jährliche Zeltlager. 1958 hat es mit einer Radtour nach Würzburg und Rothenburg begonnen. Dann fanden die Zeltlager an wechselnden Orten statt.

Außerdem der Kauf der Sepplhüttn. Jahrelang hatten wir nach einem Haus gesucht, wollten sogar selber bauen und hatten schon Pläne eingereicht. Alles hatte sich immer wieder zerschlagen. Und plötzlich öffnete uns Gott eine neue Tür. Über Landrat Sommerschuh, der selbst ein alten CVJMer ist, wurden wir auf die Sepplhüttn aufmerksam gemacht und beim Kauf unterstützt.

 
  JB: Was hat Deine Frau zu Deinen vielfältigen Aufgaben gesagt?  
  AN: Ich habe mein Leben immer in drei Teile geteilt: Familie, Beruf und CVJM. Wobei die Reihenfolge nicht immer gestimmt hat. Die Familie mußte häufig zurückstehen. Die Kinder haben öfter geklagt: Wo ist der Vati schon wieder? Aber meine Frau hat mir den Rücken gestärkt und mir auch viel abgenommen. Oft habe ich gemeint, das sei selbstverständlich - aber das ist es nicht. Meine Frau kann ich deshalb auch nur als Geschenk Gottes betrachten. Wir sind bei Zeltlagern, Freizeiten und Studienreisen ein eingespieltes Team geworden.  
  JB: Was braucht es, um ehrenamtliche Mitarbeiter „bei der Stange“ zu halten?  
  AN: Man muß die Mitarbeiter in allen Dingen ernst nehmen. Und man muß respektieren, wenn jemand wieder aufhören will. Sie haben freiwillig „Ja“ gesagt, dann dürfen sie auch aus freien Stücken wieder „Nein“ sagen.
Man muß die Mitarbeiter auch mit Aufgaben betrauen, sie aber nicht damit allein lassen. Interesse zeigen, sie auch einmal in der Gruppenstunde besuchen, Mut zusprechen, motivieren - und auch sehen, ob wirklich christliche Arbeit gemacht wird.
 
  JB: Was würdest Du heute einem Menschen sagen, der sich nicht sicher ist, ob er in der Kirche oder im CVJM mitarbeiten soll?  
  AN: Ich würde ihm die Frage stellen: Was würdest du antworten, wenn dich Jesus fragt: Was hast du mit deinen Gaben gemacht, die dir Gott gegeben hat. Wie hast du sie eingesetzt?
Und ich würde ihm von meiner Anfangszeit erzählen, wie ich in die Arbeit hineingewachsen bin. Am Anfang habe ich als Andacht einen Sonntagsblattartikel vorgelesen, weil ich nicht wußte, wie man eine Andacht macht. Dann habe ich immer mehr dazugelernt.
 
  JB: Adolf, ich danke Dir für dieses Gespräch und Deine treue Mitarbeit.  
 
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Pfarrer Kleefeld dankt Adolf Niederhöfer

 

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